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Tarifrunde Länder 2023

Gute Bildung gibt es nicht zum Null-Tarif

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen ging am 6. Dezember gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes (ver.di, GdP und IG BAU) im Rahmen der Länder-Tarifrunde 2023 in Hannover auf die Straße. Einen Tag vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde gaben die Beschäftigten aus Schulen, Hochschulen und Verwaltungen den Verhandlungsführer*innen reichlich Rückenwind.

Seit dem 26. Oktober verhandeln die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über Gehaltssteigerungen für die Beschäftigten, um die Inflation auszugleichen, dem den Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Attraktivität der Berufe für alle Beschäftigten deutliche zu steigern. "Wir fordern eine tabellenwirksame Erhöhung um 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro. Nur so bleibt die Kaufkraft erhalten," sagte der GEW-Landesvorsitzende Stefan Störmer zu den zirka 5.500 Streik-Teilnehmer*innen auf den Opernplatz in Hannover. Ebenso fordert die GEW umgehend Entlastungen für Therapeut*innen, Erzieher*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Schulassistent*innen, Lehrkräfte, Studierende, Wissenschaftler*innen und Angestellte in den Schulbehörden, sowie endlich angeglichene Stufenlaufzeiten und mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung.

Ganz nach dem Motto „Profis brauchen mehr!“ führte Störmer weiter an: „Gute Bildung gibt es nicht zum Null-Tarif. Im Vergleich zu anderen reichen Ländern investiert Deutschland viel zu wenig in die Bildung – und das schon seit Jahrzehnten. Entsprechend miserabel schneidet unser Bildungssystem im internationalen Vergleich ab. Dies belegen auch die aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie. Es ist ein Skandal, dass in Deutschland nach wie vor der Bildungserfolg massiv vom Elternhaus abhängig ist.“ Die Bildungsgewerkschaft fordert deshalb ein Sondervermögen für die Bildung und macht sich stark für eine Bildungswende.

In der aktuellen Tarifrunde sind viele studentische Beschäftigte gemeinsam mit den Landesbeschäftigten auf der Straße. „Sie wollen sich nicht weiter vertrösten lassen,“ so der GEW-Landesvorsitzende. Bundesweit arbeiten bis zu 400.000 Kolleg*innen im öffentlichen Dienst als studentische Beschäftigte ohne Tarifvertrag. Ein Missstand, der schon längst hätte behoben werden müssen. Die GEW setzt sich gemeinsam mit TVStud-Initiative für eine Tarifbindung für alle studentischen Beschäftigten ein.

Ein weiterer ganztägiger Warnstreik mit Mitglieder der GEW Niedersachsen fand zeitgleich in Bremen statt.