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Philosophie der Not und Pädagogik der Freude im Kontext der Lebensreform. Reformpädagogik vor dem Ersten Weltkrieg

Vortrag von Dr. Rainer Marwedel mit anschließender Diskussion

Wir wollen erinnern und Theodor Lessing und Peter Brückner als Bürger der Stadt Hannover ehren
Termin
14.12.2022, 19:00 - 21:00 Uhr
Veranstaltungsort
GEW-Geschäftsstelle
Berliner Allee 18
30175 Hannover

Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung an gew(at)gew-hannover(dot)de

Theodor Lessing wurde vor 150 Jahren in Hannover geboren und wurde 1933 eines der ersten Opfer des NS-Regimes. Er war Philosoph, Psychologe, Schriftsteller und Publizist, hatte einen Lehrauftrag in Philosophie an der Technischen Hochschule Hannover, von der er von völkischen und deutschnationalen Kreisen vertrieben wurde. Schon 1925 erkannte er die Gefahren, die von der Wahl Hindenburgs als Reichspräsident ausging und kritisierte im Kontext der Berichte über den Massenmörder Haarmann Polizei und Justiz. Lessing baute nach dem ersten Weltkrieg mit seiner Frau Ada die Volkshochschule in Linden auf.

Peter Brückner wurde 1922 in Dresden geboren, verstarb 1982 in Nizza, hatte den Lehrstuhl für Psychologie in Hannover seit 1967 inne und wohnte in der Yorckstraße in Hannover. Er stellte sich auf die Seite der Studentenbewegung und suchte die Vermittlung von kritischer Theorie und Psychoanalyse im Sinne emanzipatorischer Bewusstseinsbildung und emanzipatorischen Handelns. Mehrfach wurde ihm die Lehrbefugnis entzogen im Kontext von Vorwürfen, die RAF unterstützt zu haben; in Gerichtsprozessen wurde er freigesprochen.

Im Foyer der Volkshochschule Hannover hängt ein Bild von Detlef Kappeler, das nicht nur Theodor Lessing als Mitbegründer der Volkshochschule zeigt, sondern auch das von Peter Brückner und des Mörders von Theodor Lessing. Florian Grams, Historiker, wird uns am 7.12. 2022 in einem Vortrag über Zusammenhänge und diesbezügliche Konflikte berichten.

Anschließend zeigen wir den Film „Aus dem Abseits – Ein Film über Peter Brückner“.
Simon Brückner, Peter Brückners Sohn, „war erst vier Jahre alt, als sein Vater starb. Mit dieser Dokumentation versucht er, die Geschichte seines Vaters aufzuarbeiten und ihn als Person greifbar zu machen“ (Filmankündigung).

Dr. Rainer Marwedel, Lessing-Forscher und Autor einer Biographie über Theodor Lessing, wird eine Woche später über die Reformpädagogik vor dem Ersten Weltkrieg referieren: Philosophie der Not und Pädagogik der Freude im Kontext der Lebensreform.