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GEW zu Selbsttests an Schulen: richtiges Ziel, falscher Weg

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert den von Kultusminister Tonne am 17. März vorgelegten Plan für Selbsttests an Niedersachsens Schulen. Danach sollen die Beschäftigten die Tests mit den Kindern und Jugendlichen erstmals in den Tagen vor den Osterferien durchführen. Mit den Regelungen wird aus Sicht der GEW ein bürokratisches Ungetüm geschaffen, das Überlastung und Scheinsicherheit produziere.

17.03.2021 - Hannover

„Das Ziel des Testens an sich ist richtig, ansonsten beschreitet das Konzept des Kultusministers einen völlig falschen Weg. Die Planungen hätten schon vor Wochen vorliegen müssen. Einmaliges, wöchentliches Testen reicht längst nicht aus und schafft nur Scheinsicherheit. Zudem sollen sämtliche Arbeiten im Zusammenhang mit den Tests von den Schulbeschäftigten durchgeführt werden, was deren Überlastung weiter verschärft“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth in ihrer ersten Bewertung der Dokumentensammlung, die vom Kultusministerium erstellt wurde. Darin sind zahlreiche Pflichten zur Dokumentation des Eingangs der Tests-Kits, ihrer Lagerung und Verteilung sowie zur Durchführung der Tests niedergelegt. Zudem müssen Einverständniserklärungen ausgestellt und eingesammelt, Kinder bei positiven Ergebnissen betreut und die Eltern informiert werden. Darüber hinaus gibt es umfangreiche Verfahren zur detaillierten Protokollierung, bis hin zum Umgang mit der Entsorgung des Testmaterials.

„Die Bürokratie wird hier auf die Spitze getrieben, was völlig inakzeptabel ist. Warum finden die Tests nicht statt, bevor potenziell Infizierte die Schulen betreten? Selbsttests könnten daheim, in Testzentren oder durch mobile Teams durchgeführt werden. Zudem dürfen Haftungsfragen der Testdurchführung und -dokumentation nicht zulasten der Beschäftigten gehen“, forderte Pooth. „Ein erstes Ergebnis liegt damit schon jetzt vor: Statt dieser Pläne brauchen die Schulen nach Ostern ein bürokratiearmes Verfahren, das alle vor Ort schützt und nicht noch stärker belastet“, sagte die GEW-Landesvorsitzende.