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GEW kritisiert Teile des Plans zum Schulstart nach den Herbstferien

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen kritisiert Bestandteile der Planungen für den Schulstart nach den Herbstferien. Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte sich am 22. Oktober vor allem zur Mund-Nasen-Bedeckung, zum Schutzstatus von Risikogruppen und zum Lüften der Räume geäußert. Das grundsätzliche Festhalten am Präsenzunterricht, solange die Infektionslage dies hergebe, begrüßte die GEW, forderte gleichzeitig jedoch überfällige Investitionen in Personal und Ausstattung.

22.10.2020 - Hannover

„Der Kultusminister empfiehlt das Tragen von Alltagsmasken im Unterricht an weiterführenden Schulen bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 50. Warum gibt es hier eine Empfehlung statt einer Anweisung?“, fragte GEW-Landesgeschäftsführer Rüdiger Heitefaut. Natürlich seien nach Überzeugung der GEW Mund-Nase-Bedeckungen im Unterricht weiterhin pädagogisch unsinnig, aber wenn die Gesundheitsgefährdung vor Ort tatsächlich zu groß werde, müsse es Verbindlichkeit geben, um den Übergang vom eingeschränkten Regelbetrieb (Szenario A) zum Wechselmodell geteilter Klassen (Szenario B) zu verhindern.
Tonne will es Schülerinnen und Schülern zudem erleichtern, vom Präsenzunterricht befreit zu werden, wenn sie mit Personen aus Risikogruppen zusammenleben. „Die Schulbeschäftigten dürfen von dieser Regelung nicht ausgenommen werden. Der Dienstherr und Arbeitgeber muss seiner Fürsorgepflicht hier endlich gerecht werden“, verlangte Heitefaut. Die GEW werde dies umgehend gegenüber dem Ministerium einfordern.
„50.000 Plakate und 50.000 Fensterhänger sollen nun die Regeln des Ministeriums zum Lüften erläutern. Anstelle überflüssiger Erklärungen, wie gelüftet wird, müssen endlich alle baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Schulleitungen müssen ungeeignete Räume schlicht sperren dürfen – das wäre ein richtiger Schritt gewesen“, kritisierte der GEW-Landesgeschäftsführer. Es zeige sich dadurch erneut, dass die Landesregierung ihre Blockadehaltung gegen massive Bildungsinvestitionen aufgeben müsse. „Kein Wort zum riesigen Investitionsbedarf und kein Wort zur Entlastung der Schulbeschäftigten. Corona hat die Missstände überdeutlich gezeigt, aber es fehlt offenbar am Denken über die Krise hinaus“, konstatierte Heitefaut.