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Corona-Sondersitzung im Landtag: Statements der kommissarischen GEW-Landesvorsitzenden

Hannover, 7. Dezember 2021: Die beiden kommissarischen Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kommentieren die Sondersitzung des Niedersächsischen Landtags vom 7. Dezember wie folgt:

07.12.2021 - Hannover

Sabine Kiel: „Ministerpräsident Stephan Weil hat sich wortreich bei allen bedankt, die das gesellschaftliche Leben bisher aufrecht erhalten haben. Doch das ist viel zu wenig. Zudem forderte der Landtag die Landesregierung pauschal auf, dafür zu sorgen, dass sich die sozialen Unterschiede von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie nicht verschärfen. Aber unverbindliche Absichtserklärungen und Dankesworte machen Bildungseinrichtungen und Bildungschancen keineswegs pandemiefest.“  

Holger Westphal: „Bildungspolitische Fragen kam in der Landtags-Debatte zu unserem Missfallen nur am Rande vor. Unser Anliegen, wie das Recht auf Bildung für alle Kinder während pandemischer Lagen künftig garantiert werden soll, bleibt weitgehend unbeantwortet. Der Landtag hat zwar über die Schüler*innenbeförderung diskutiert, konkrete Maßnahmen gegen die Missstände in den Schulen wurden jedoch nicht beschlossen. Weiterhin sitzen zu große Klassen frierend bei offenen Fenstern in zu kleinen Räumen und warten auf den Einbau von Luftfilteranlagen. An die Sicherheit und den Gesundheitsschutz unserer Kolleg*innen in den Schulen wird kaum gedacht und wenig investiert. Den Schulbeschäftigten werden immer mehr Aufgaben zugewiesen, als würde es Überlastung und Personalmangel gar nicht geben.“

Rund 30.000 Menschen sind in Niedersachsen Teil der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie ist die mit Abstand mitgliederstärkste Organisation für Lehrkräfte aller Schulformen sowie für pädagogische, therapeutische und technische Fachkräfte. Auch den Beschäftigten im Wissenschaftsbereich und in der Erwachsenenbildung bietet sie einen starken Rückhalt. Die GEW setzt sich nachhaltig für bessere Arbeitsbedingungen ein - und kämpft engagiert gegen Intoleranz und Rassismus.