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GEW: Laptops auf Kosten der Eltern plan- und gedankenlos

Hannover: Nach den am 17. August bekannt gewordenen Plänen zur Digitalisierung sollen die Kosten für Laptops an Schulen offenbar den Eltern aufgebürdet werden. „Damit würden Normal- und Geringverdiener finanziell besonders belastet, was die GEW entschieden ablehnt", sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann brauche anscheinend dringend Nachhilfe in sozialer Wirklichkeit. „Wenn diese Pläne umgesetzt werden, kommen Kinder aus wohlhabenden Familien mit hochwertigen Tablets oder Notebooks in den Unterricht. Arme Kinder könnten vielleicht Leih-Geräte bekommen, die jedoch ihre Armut stigmatisieren sowie die Fragen nach Wartung und Reparatur aufwerfen. Und alle anderen Eltern blieben mit dem Problem allein, wie sie die regelmäßigen Neuanschaffungs- und Reparaturkosten schultern sollen, besonders bei mehreren Kindern. Dieser Teil des 'Masterplans´ wirkt plan- und gedankenlos", erläuterte Pooth.
Der Einsatz digitaler Endgeräte führe zudem nicht per se zu besseren Lernerfolgen, im Grundschulbereich sei er besonders kritisch zu sehen. „Es kommt vielmehr auf die Lehrperson an. Eigenständiges Denken und die Einordnung recherchierter Fakten müssen maßgebliche Ziele im Unterricht sein. Digitales kann dabei helfen. Entscheidender bleibt jedoch die pädagogische Arbeit mit jedem einzelnen Kind und Jugendlichen", betonte die GEW-Landesvorsitzende.