Protest gegen Mehrarbeit

Die GEW Niedersachsen hat am 08.12.2014 die Anmeldefrist für die Arbeitszeitstudie verlängert: Anmeldeschluss ist ab sofort der 6. Februar 2015.

Die GEW verfolgt das Ziel, eine repräsentative Studie über die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer auf die Beine zu stellen. Dafür bedarf es einer Mindestanzahl an teilnehmenden Kollegien.

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Landesweite Studie zur Erfassung der Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer - Fragen und Antworten

Stand: 17.12.2014, Verfasser: Arne Karrasch

 

Was ist das?
Die GEW will eine wissenschaftlich abgesicherte Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer durchführen. Sozialwissenschaftler der Universität Göttingen werden verantwortlich an dieser Studie arbeiten.

 

Was soll das?
Es gibt viele Vorurteile über die Arbeitszeit der Lehrkräfte: „Lehrer arbeiten nur vormittags" sowie „Lehrer haben viel mehr Urlaub" sind dabei die bekanntesten. Damit wollen wir aufräumen und gleichzeitig der Landesregierung deutlich machen, dass die Grenzen des Zumutbaren erreicht bzw. überschritten sind. Was die Kolleginnen und Kollegen bisher selbst wahrnehmen, wollen wir nun durch die wissenschaftliche Studie empirisch unterfüttern.

 

Wo hat es das schon einmal gegeben?
Es gibt ähnliche Studien, die allerdings schon über zehn Jahre alt sind und nicht für die aktuellen niedersächsischen Verhältnisse 1:1 übertragbar. Die GEW will aktuelles Material. Im Frühjahr 2014 hat es eine Pilotstudie am hannoverschen Tellkampf-Gymnasium gegeben. Dieser ersten Erhebung soll nun eine landesweite Erhebung für alle Schulformen folgen.

 

Wer bezahlt das?
Der GEW Kreisverband der teilnehmenden Schule ist gehalten, für die Kosten aufzukommen. Falls eine Schule am Ende eine eigene Auswertung über die Arbeitsverteilung und -belastung des Kollegiums haben möchte, z.B. um schulinterne Prozesse zu optimieren, muss sie dies selbst bezahlen.

 

Wann geht es los?
Mit dem Ende der Osterferien 2015 geht es los: am 13. April 2015. Vorher gibt es eine Testphase, um das verwendete Tool kennen zu lernen und um sich an das Verfahren zu gewöhnen.

 

Wie lange dauert das?
Die Studie soll ein ganzes Schuljahr umfassen. Also bis Ostern 2016. Damit wollen wir Gegenargumente, dass die Studie unzureichend sei, weil – zum Beispiel – die Abiturphase (bei Gymnasien) zu stark berücksichtigt sei und Schulfahrten zu wenig, vermeiden.

 

Wer kann mitmachen?
Mitmachen können nur Kollegien einer Schule bzw. ein ausreichend großer Teil davon. Einzelteilnehmerinnen und -teilnehmer können nicht mitmachen.

 

Muss die Schulleitung zustimmen?
Nein. Es ist aber besser, wenn die Schulleitung im Boot ist. Die GEW rät dringend dazu.

 

Wie viele aus meinem Kollegium müssen mitmachen?
Damit die Ergebnisse eines Kollegiums am Ende in die landesweite Studie einfließen, müssen Daten von mindestens 30 % aller Lehrerinnen und Lehrer der Schule vorliegen. Falls die Schule eine eigene Auswertung haben möchte, beträgt die Quote 50 %. Da erfahrungsgemäß immer einige TeilnehmerInnen im Laufe der Zeit aussteigen gilt: Eine Start-TeilnehmerInnen-Quote von 50 % ist ein Muss.

 

Wie viel Arbeit bedeutet das?
Bei der Pilotstudie brauchten die TeilnehmerInnen elf Minuten pro Woche für die Zeiterfassung. Oder etwa 90 Sekunden pro Tag.

 

Wie funktioniert das?
Die Erfassung der Tätigkeit erfolgt online. Smartphone-NutzerInnen können parallel zur Tätigkeit eine entsprechende Software nutzen. Alle anderen schreiben die Tätigkeiten auf einem vorgefertigten Erfassungsbogen auf und übertragen die Daten zu einem späteren Zeitpunkt am selben Tag via Computer.

 

Muss ich jeden Tag die Eintragungen in das Tool vornehmen?
Wenn es irgendwie möglich ist: ja. Ziel ist es, minutengenaue und korrekte Einträge zu erfassen. Bei zeitlich verzögerten Einträgen spielen Erinnerungs- und Wahrnehmungseffekte eine kritische Rolle. Mit größeren Abstand zwischen Eintrag und geleisteter Tätigkeit werden die Ungenauigkeiten häufiger. Unliebsame Arbeit kommt einem zudem oft länger vor, angenehme Arbeit hingegen kürzer. In Ausnahmefällen, in denen es unmöglich ist, auf das Tool zuzugreifen (z. B. bei Klassenfahrten etc.), sollten die Zeiten korrekt und genau auf dem Vordruck notiert werden, um dann an einem späteren Tag (z. B. nach der Klassenfahrt) in das Tool eingetragen zu werden. Ist der „Woche abschließen"-Button noch nicht betätigt, kann auch noch für frühere Tage der Woche eingetragen werden. Sobald mit diesem Button die Woche bestätigt ist, sind Änderungen nur noch im Ausnahmefall möglich.

 

Wie funktioniert der „Woche abschließen"-Button?
Durch diesen Button bestätigt man, dass die Woche vollständig und korrekt eingetragen wurde. Mit dem Drücken wird die vergangene Woche abgeschlossen und die Daten im System gespeichert und die neue Woche wird für Einträge freigeschaltet. Im Ausnahmefall ist es möglich, die vergangene Woche wieder freizuschalten und Einträge zu ändern. Dies funktioniert aber nur mit der letzten, bereits bestätigten Woche. Alle Wochen davor und die dortigen Einträge sind nicht mehr veränderbar.

 

Welche Rolle haben MultiplikatorInnen?
An jeder Schule gibt es in der Regel zwei MultiplikatorInnen, die als Ansprechpersonen für das Kollegium auf der einen Seite und für die Wissenschaftler bzw. die GEW auf der anderen Seite fungieren. Bei kleinen Grundschulen kann es auch eine Person sein, bei sehr großen Schulen können sich auch mehrere KollegInnen diese Arbeit teilen. Die MultiplikatorInnen nehmen vor Beginn der Studie an einem Nachmittag an einer Schulung teil und tragen dieses Wissen in das Kollegium weiter. Zudem legen sie die Datensätze (Kontakt- und Vertragsdaten) für die TeilnehmerInnen an und ändern diese ggf. zum Schul(halb)jahreswechsel, falls sich die Unterrichtsverpflichtung ändert. Auch diese Tätigkeit wird in der Schulung gelernt. Die MultiplikatorInnen haben dabei zu keinem Zeitpunkt Einblick in die erfasste Arbeitszeit der TeilnehmerInnen. Zu Beginn der Studie ist der Arbeitsaufwand für diesen Personenkreis etwas höher; nach den Erfahrungen der Pilotstudie dauert dies aber nicht lange an.

 

Kann ich meine eigenen Daten einsehen und abfragen?
Ja, alle TeilnehmerInnen können ihre eigenen Einträge einsehen und später zur Analyse der individuellen Arbeitsorganisation für längere Zeiträume abfragen. Diese Auswertungsmöglichkeit dient der eigenen Arbeitsorganisation und steht ausschließlich den TeilnehmerInnen selbst zur Verfügung.

 

Was passiert mit meinen Daten?
Die Daten werden online über eine sichere Datenleitung übertragen und landen beim Umfragezentrum Bonn. Die durchführenden Wissenschaftler der Universität Göttingen fragen dort gezielt Daten ab. Die personifizierten Rohdaten bleiben auf dem Server liegen und werden an niemanden herausgegeben.

 

Sieht mein/e Schulleiter/in oder die Landesschulbehörde, was ich eintrage?
Nein. Auch auf Nachfrage nicht. Nicht den Hauch einer Chance.

 

Können SchulleiterInnen mitmachen?
Ja.

 

Können Teilzeitkräfte mitmachen?
Ja.

 

Können ReferendarInnen / LehrerInnen im Vorbereitungsdienst mitmachen?
Nein.

 

Können KollegInnen, die während der Dauer der Studie in den Ruhestand eintreten, mitmachen?
Nein.

 

Gibt es eine Unterscheidung zwischen Angestellten und Beamtinnen?
Nein.

 

Bis wann muss ich mich anmelden? Und wo?
Anmeldeschluss ist der 06.02.2015. Direkt zur Anmeldung übers Internet geht es hier, alternativ kann man dieses Formular ausfüllen und abschicken.

 

Wer steht für Nachfragen zur Verfügung?
Die Gewerkschaftssekretäre Rüdiger Heitefaut und Arne Karrasch stehen unter arbeitszeit@gew-nds.de für Rückfragen zur Verfügung.

 

Konkrete Fragen und Antworten zur Durchführung gibt es hier.