Protest gegen Mehrarbeit

GEW: Deutliches Signal gegen Verlängerung der Arbeitszeit von Lehrkräften

Eindrucksvolle Protestaktion „5 vor 12" an über 300 Schulen in Niedersachsen

Über 300 Schulen haben heute bei der GEW-Aktion „5 vor 12" mitgemacht, um ihren Protest gegen die angekündigte Arbeitszeitverlängerung für die Lehrerinnen und Lehrer auszudrücken. Anlass für die Aktion war die Anhörung im Kultusministerium zur Änderung der Arbeitszeitverordnung, die heute stattfand. „Die Kollegien im ganzen Land haben damit ein klares Signal an die Landesregierung gesendet: Stoppt die Mehrarbeit!", so Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen.

Die Landesregierung muss das Versprechen der Altersermäßigung für 55- und 60-jährige Lehrkräfte, das die letzte SPD-Landesregierung gegeben hat, umsetzen anstatt es zu kassieren. Das Streichen der Alters¬ermäßigung ist ebenso wie die Erhöhung der Unterrichtspflicht an Gymnasien um eine Stunde nicht hinnehmbar. „Der Widerstand der Kolleginnen und Kollegen ebbt nicht ab, das hat die heutige Aktion deutlich gemacht", so Brandt. Es haben sich Schulen aus dem ganzen Land beteiligt – von kleinen Grundschulen bis hin zu großen Gymnasien und Berufsbildenden Schulen.

Die Landesregierung müsse sich nun bewegen, wenn sie es sich nicht dauerhaft mit den Lehrerinnen und Lehrer verscherzen wolle. „Die positiven Schritte beim Ausbau der Ganztagsprogramme, dem Ende des Turbo-Abis und bei den Reformen bei Integrierten Gesamtschulen und Gymnasien werden nicht honoriert, wenn gleichzeitig die Kolleginnen und Kollegen vor Ort durch Mehrarbeit die Reformen mitfi¬nanzieren müssen. Die Arbeitszeitverlängerung muss vom Tisch", forderte Brandt. Die Landesregierung habe im Februar beschlossen, Übergangsmodelle vom Beruf in den Ruhestand zu prüfen. „Es wird nun Zeit, dass diese Prüfung abgeschlossen wird und konkrete Vorschläge für Entlastungen auf den Tisch kommen, wie verbesserte Altersteilzeit, Altersermäßigungen und Entlastungen für Gymnasiallehrkräfte. Das wäre ein positives Signal der Landesregierung", so Brandt.

Die GEW hat erstmals zu einer solchen Aktion aufgerufen, bei der die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen aktiv werden sollen. Über 300 Schulen haben daraufhin heute Vormittag ein Protestfoto an¬gefertigt. Viele Kollegien haben dabei kreative Ausdrucksformen gefunden. Eine Bilderstrecke, die fortlaufend aktualisiert wird, finden Sie unter: http://arbeitszeit.gew-nds.de

Die Stellungnahme zur Änderung der Arbeitszeitverordnung, die der DGB als Dachverband der Gewerkschaften beim Kultusministerium eingereicht hat, finden Sie als Anlage. 

Download: Stellungnahme (PDF)

 

Wir danken für alle eingesendeten Fotos!