GEW - Niedersachsen
Du bist hier:

Die GEW Schaumburg setzt ein deutliche Zeichen gegen Rechts

Am 28. 1. diskutierte Prof. Dr. Matthias Quent mit rund 90 Schaumburgerinnen und Schaumburgern über "Deutschland rechts außen. Wie die Rechten nach der Macht greifen und wie wir sie stoppen können." Zweit Tage später, am 30. 1., war Emil Mangelsdorff mit seinem musikalischen Quartett zu Gast in Stadthagen zum Thema "Swing tanzen verboten - als Jazzmusiker im III. Reich."

 

10.02.2020

Der 30. Januar 1933 und der 27. Januar 1945 markieren entscheidende Ereignisse und Entwicklungen in der deutschen Geschichte: die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler und die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Die GEW Schaumburg beteiligte sich in der Kreisstadt an zwei Veranstaltungen, mit denen auf ganz unterschiedliche Weise erinnert werden sollte. 

Der Soziologe Mattias Quent stellte in der Ehemaligen Synagoge vor zahlreichen Gästen sein jüngstes Buch vor, in dem er darlegt, „wie die Rechten nach der Macht greifen“.

Friedrich Lenz, der in der Synagoge für den Mitveranstalter GEW sprach, konnte als ein Quäntchen Hoffnung verbuchen, dass auch Schüler unter den vielen Zuhörern waren und sich einbrachten mit Gedanken zu neuen „Narrativen“.

Auf Einladung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, des Fördervereins Ehemalige Synagoge, der IG Metall und der Alten Polizei gastierte das Erwin Mangelsdorff Quartett an diesem besonderen Gedenktag, dem 30. 1.,  in der gut besuchten Aula des Ratsgymnasiums. Die Nazis diffamierten den Jazz schon länger als „Niggermusik“, weiß Mangelsdorff zu berichten, Goebbels‘ Propagandamaschine hetzte mit Macht und leider auch mit viel Erfolg gegen „entartete Musik“.
Das Auditorium erfährt im „Gesprächskonzert“ vom Versuch, trotz aller Repression etwas Swing und Dixieland zu spielen.

Im Konzertteil legte der 95-Jährige seine Solopartien mit leichter Hand hin. Eben noch mit Gehhilfen befasst, gleiten seine Finger über die Klappen. Er lacht. Alles wird leicht.
Applaus und Jubel lassen den betagten Musiker strahlen wie ein Kind. Die Funken entfesselter Musik sprühen nur so am Ende dieses denkwürdigen Tages.

(Text: Volkmar Heuer-Strathmann)