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Schulessen muss bezahlbar sein!

Der Stadtkämmerer spricht bereits davon, moderate Einnahmeerhöhungen vornehmen zu wollen. Im Klartext bedeutet dies höhere Gebühren für Leistungen, die die Stadt bereithält. Auslöserin ist die Pandemie, die öffentliche wie private Haushalte schwer belastet.

Dass darüber nachgedacht wird, das Essensgeld in den Kitas zu erhöhen kann Harald Haupt, Vorsitzender der GEW Region Hannover, nicht akzeptieren. „Von gebührenfreien Bildungseinrichtungen sind wir ohnehin meilenweit entfernt“, so Haupt, der dies einfordert.

 

08.12.2020

Die finanzielle Krise vieler Eltern ist momentan sehr konkret und existenzieller denn je. „Die Stadt darf Familien zusätzlich zum Verlust von Arbeitsplätzen und monatelanger Kurzarbeit nicht belasten!“

Die sozialen Verwerfungen nehmen deutlich zu, gerade auch, was den Zugang zu Bildung und Betreuung angeht. Als Beispiel nennt er die Grundschule Fuhsestraße, an der seit Anfang Dezember die Eltern von 30 Schüler*innen das Mittagessen nicht mehr bezahlen können. Familien müssen als Anspruchsberechtigte nach dem Bildungs- und Teilhabepaket keinen Cent zum Essen zuzahlen. „Doch es gibt eine ganze Reihe von Arbeitnehmer*innen mit niedrigem Einkommen, die selbst zahlen müssen, das aber nicht können“, so Haupt.

Eltern mit zwei schulpflichtigen Kindern müssen 8,40 € pro Tag zahlen. Seit die Versorgung der Schulen mit Mittagessen EU-weit ausgeschrieben wurde, haben sich die Preise an der Grundschule Fuhsestraße im Vergleich zu den Jahren davor pro Essen um 1,00 € erhöht.

„Statt an anderer Stelle darüber nachzudenken, das Mittagessen für Kinder teurer zu machen, muss dafür gesorgt werden, dass kein Kind vom Mittagessen aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird!“ fordert Haupt von Rat und Verwaltung der Stadt.
Die GEW fordert ein kindergerechtes Essenskonzept für Bildungseinrichtungen und ist gerne bereits bei der Konzepterstellung mitzuwirken.