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Abschulungen zum Schuljahr 2020/21 aussetzen und dann überflüssig machen!

Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige Jahrgänge an den weiterführenden Schulen in diesem Schuljahr nicht mehr zur Schule gehen werden. Das betrifft voraussichtlich mindestens die Jahrgänge 5 bis 8. In genau diesen Jahrgängen gab es im Verlauf des vergangenen Schuljahres 558 Schulformwechsler*innen. Für die betroffenen Schüler*innen sowie deren Familien ist dies mit viel psychischem Leidensdruck verbunden. Der Mangel an Schulplätzen in diesen Jahrgängen an den Integrierten Gesamtschulen, Ober- und Realschulen führt zu der nächsten Unsicherheit, in welchem Stadtteil und an welcher Schulform die Kinder weiterhin unterrichtet werden. Erstmalig musste zum Beginn des Schuljahres 2019/20 eine zweite Verteilerkonferenz stattfinden. Das belegt doch die im Kern unhaltbare Situation.

21.04.2020

Bei der derzeitig gegebenen und unerfreulichen Situation für die Schulen rufen Eltern, Schüler*innen, Lehrkräfte, Gewerkschaften, Schulleitungen und Verbände dazu auf, Bewertungen mit viel Augenmaß vorzunehmen, vor allem zu Gunsten der betroffenen Schüler*innen. „Das schließt doch das Aussetzen der Abschulungen als eine Maßnahme mit ein“, so Haupt. Bis zum Schuljahr 2021/22 kann sich der Schulausschuss dann die Zeit nehmen, um das Thema der Schulentwicklungsplanung endlich grundsätzlich zu bearbeiten. Die Schulplätze an allen weiterführenden Schulen zusammengenommen sind derzeit noch ausreichend. „Dem Druck auf das implodierende Schulsystem muss mit einem langfristigen Blick begegnet werden. Der Zeitpunkt dafür, jetzt die Weichen zu stellen, ist gegeben“, zeigt sich Haupt optimistisch. 

Auf dem Weg zu einer Schule für alle hat sich die GEW Region Hannover für ein Zwei-Säulen-Modell ausgesprochen. Dieses beinhaltet ein Nebeneinander lediglich von Integrierten Gesamtschulen und Gymnasien. Alleine dadurch würde sich die Zahl der Abschulungen stark verringern. Bei der Einführung der Oberschulen in 2015 hieß es noch, diese sollten dann in integrierte Systeme überführt werden. Der Fehler lag bereits 2015 darin, dass von dem strikten Nein zu Oberschulen abgewichen wurde. Nun muss wenigstens der eigene Beschluss ernst genommen werden und eine tatsächliche Entwicklung der Real- und Oberschulen zu Integrierten Gesamtschulen nachgeholt werden.

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