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GEW: Land soll Kosten für Corona-Tests von Studierenden übernehmen / „Impfbändchen sind der falsche Weg“

Hannover, 6. Oktober 2021: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen fordert kostenlose Corona-Tests für alle Studierenden. Zugleich lehnt die Bildungsgewerkschaft Armbänder als Impfnachweis ab. Die Leibniz-Universität Hannover hatte sich für diese Kennzeichnung der Studierenden entschieden, um die Zugangskontrolle zu Seminaren und Vorlesungen zu vereinfachen.

07.10.2021 - Hannover

„Wir haben Verständnis dafür, dass die Hochschulen nach pragmatischen Lösungen suchen. Eine öffentlich sichtbare Kenntlichmachung geimpfter Personen lehnen wir allerdings ab. Der Schutz dieser sensiblen Informationen muss elementar sein. Impfbändchen sind der falsche Weg“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Es seien rasch technische Optionen zu finden, die den Datenschutz der Betroffenen berücksichtigen. Die Gelder für die Produktion zehntausender solcher Bändchen - in Hannover offenbar 70.000 Euro pro Woche - könnten dabei sicher gut verwendet werden, ergänzte Pooth.

Kritisch äußerte sich die GEW auch zu kostenpflichtigen Corona-Tests, die ungeimpften Studierenden nun möglicherweise drohen. Im Testzentrum an der Universität Hannover koste jeder Test schon heute zehn Euro. „Ein Eintrittsgeld darf es an den Hochschulen nicht geben. Damit würden finanzschwache Studierende ferngehalten. Sie hätten dann nur noch die keineswegs vergleichbare Möglichkeit, ausschließlich online an Veranstaltungen teilzunehmen“, erläuterte die stellvertretende Landesvorsitzende Sabine Kiel. Zahlreiche Studierende hätten durch die drei Online-Semester bereits genug ertragen, weil sie unter anderem die Finanzierung ihres Studiums nicht mehr gewährleisten konnten. Neben den generell zu geringen BAföG-Sätzen mache das zusätzliche Probleme, die zu einer erheblichen Zahl von Studienabbrüchen führen könnten. Das Land habe hier wie bei den Schulen eine Pflicht, die Kosten zu übernehmen, betonte Kiel.

 

Rund 30.000 Menschen sind in Niedersachsen Teil der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie ist die mit Abstand mitgliederstärkste Organisation für Lehrkräfte aller Schulformen sowie für pädagogische, therapeutische und technische Fachkräfte. Auch den Beschäftigten im Wissenschaftsbereich und in der Erwachsenenbildung bietet sie einen starken Rückhalt. Die GEW setzt sich nachhaltig für bessere Arbeitsbedingungen ein - und kämpft engagiert gegen Intoleranz und Rassismus.