GEW - Niedersachsen
Du bist hier:

DGB zu zusätzlicher Prüfungsvorbereitung für Azubis in Abschlussklassen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen begrüßt den Vorstoß des Kultusministeriums, Auszubildende in den Abschlussjahrgängen der Berufsschulen durch zusätzliche Kurse zur Prüfungsvorbereitung zu unterstützen. Die GEW erwartet Ausgleichsstunden für betroffene Schulbeschäftigte.

11.03.2021 - Hannover

Das Kultusministerium hatte mit einem Brief an alle Schulleitungen und zuständige Stellen auf einen Maßnahmenkatalog hingewiesen, um Unterstützung für die von den Corona-bedingten Einschränkungen betroffenen jungen Menschen anzubieten.

DGB-Bezirksvorsitzender Dr. Mehrdad Payandeh sagte dazu: „Das Kultusministerium hat die Dringlichkeit der Situation erkannt. Das ist ein wichtiger Schritt, damit die Auszubildenden in der Corona-Pandemie nicht vergessen werden.“ Junge Menschen, die in diesem Jahr ihre duale Ausbildung beenden wollen, seien nicht zu beneiden, betonte der DGB-Vertreter. Ganz oder teilweise stillgelegte Betriebe, geschlossene Berufsschulen, halbe Klassen, Distanzunterricht und fehlende digitale Infrastruktur hätten zur Folge, dass ungleiche Bedingungen in den Prüfungen herrschen werden. Er ergänzte: „Mehr als ein Jahr Pandemieunterricht hat dazu geführt, dass tausende Auszubildende praktische Fertigkeiten und theoretisches Wissen im Selbststudium erlernen mussten. Das sind keine guten Startbedingungen, um die diesjährigen Abschlussprüfungen zu bestehen und mit einem starken Selbstbewusstsein in die Arbeitswelt zu starten. Das Kultusministerium hat die Türen der Berufsschulen aufgeschlossen, nun liegt es an den Arbeitgebern, die neuen Möglichkeiten flächendeckend zu nutzen.“ Er forderte die Arbeitgeber auf, die Auszubildenden für die Zeiten der Vorbereitungskurse bezahlt freizustellen. Wer nach der Pandemie Fachkräfte wolle, müsse sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellen.

Laura Pooth, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen, betonte: „Es ist richtig, dass sich das Land um die Situation der Jugendlichen kümmert. Genauso wichtig muss es jedoch sein, die enorme Arbeitsbelastung der Beschäftigten in den Blick zu nehmen. Wir erwarten, dass für diejenigen, die in dem Bereich zusätzliche Aufgaben übernehmen, Ausgleichsstunden zur Verfügung gestellt werden. Außerdem benötigen die Schulen endlich genug Personal, um ihrem Auftrag nachkommen zu können.“