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12. Dezember 2007
Eine rollende Ausstellung berichtet von deportierten Kindern und Jugendlichen

„Zug der Erinnerung“

Ein Zug fährt durch Deutschland. Er erinnert an das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die vor über sechzig Jahren in die Vernichtungslager deportiert wurden. Bei Görlitz in Sachsen wird dieser „Zug der Erinnerung“ Deutschland verlassen und am 27. Januar 2008 die Gedenkstätte Oswiecim/ Auschwitz in Polen erreichen. Auf dem Weg dahin macht er Station auf fast 40 deutschen Bahnhöfen – geplant waren ursprünglich 20 Haltepunkte, aber das öffentliche Interesse wird immer größer.

  Der „Zug der Erinnerung“ hält im Zeitraum vom 12. bis 16. Dezember 2007 an den Bahnhöfen Hann. Münden, Northeim und Göttingen. Am Hauptbahnhof Hannover wird er am 7. Januar 2008 eintreffen und am 12. Januar die Landeshauptstadt in Richtung Braunschweig verlassen. Dort macht er vom 14. bis 15. Januar Halt.



Die Vorgeschichte: Die Deutsche Bahn hatte abgelehnt, die vielbesuchte französische Ausstellung „11.000 Kinder. Mit der Reichsbahn in den Tod“ von Serge und Beate Klarsfeld auf deutschen Bahnhöfen zu zeigen – ihre Hektik biete keinen Ort für das Thema Holocaust, eine Ausstellung gehöre ins Museum, zudem sei man kein Rechtsnachfolger der Deutschen Reichsbahn. Nun nahm ein deutscher Bürgerverein das Heft selbst in die Hand und buchte Gleisstrecken und Haltepunkte für eine eigene rollende Ausstellung. Denn der Zusammenhang soll an Ort und Stelle hergestellt werden. Alle Deportationen verliefen über das Schienennetz und über die Bahnhöfe, an denen der Zug nun hält. Alle Kosten der rollenden Ausstellung werden aus Spenden bestritten.

Schätzungen sprechen von bis zu 1,5 Millionen Kindern und Jugendlichen aus ganz Europa, die mit Zügen der Reichsbahn von ihren Heimatorten transportiert wurden und nie mehr zurückkehrten. Die Opfer stammten aus jüdischen Familien, aus Familien der Sinti und Roma, oder es waren Kinder von Nazi- Gegnern. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Geschehen in Deutschland: die Zustellung der Deportationsbescheide, das Verlassen der Wohnungen, der Weg in den Sammellager und zu den wartenden Zügen – oft unter den Augen der Bevölkerung. In Hannover fuhren acht von ihnen zwischen Dezember 1941 und Februar 1945 vom Bahnhof „Fischerhof“ in Linden ab.

Der „Zug der Erinnerung“ besteht aus mehreren Waggons, in denen Fotos und Schicksale der Kinder sowie Video- und Filmsequenzen von Überlebenden dokumentiert werden. An Computerstationen besteht die Möglichkeit zu weiterer Recherche. Das Projekt lebt von der Initiative vor Ort: Der Zug hält nur dort, wo sich vorher regionale Unterstützergruppen fanden. Zahlreiche Schulklassen haben bereits ihren Besuch angekündigt. Die Botschaft des „Zuges der Erinnerung“ richtet sich vor allem auch an sie, denn sie erzählt vom Schicksal Gleichaltriger in einer menschenverachtenden Diktatur. Sie stellt konkrete Erinnerungsarbeit dar – und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen Rassenhass und Rechtsextremismus.

In Südniedersachen hält der „Zug der Erinnerung“ im Zeitraum vom 12. bis 16. Dezember 2007 an den Bahnhöfen Hann. Münden, Northeim und Göttingen. Am Hauptbahnhof Hannover wird er am 7. Januar 2008 eintreffen und am 12. Januar die Landeshauptstadt in Richtung Braunschweig verlassen. Dort macht er vom 14. bis 15. Januar Halt. Insbesondere Schulklassen und Jugendgruppen sollen die Angebote von Zeitzeugen, Ausstellungen, PC-Arbeitsplätze und das umfangreiche Begleitprogramm nutzen. Dabei besteht nach Absprache auch die Möglichkeit, eigene Recherchen und Ergebnisse von Projektarbeiten in den Waggons zu veröffentlichen.


Bei Interesse bitten wir um eine verbindliche Anmeldung bei folgenden Kontaktpersonen:
Hannover: DGB Region: Tom Seibert, Tel. (05 11) 1 63 87 23, E-Mail: tom.seibert@dgb.de. GEW Hannover: Nils Johannsen, Tel. (05 11) 66 20 14, E-Mail: gew.hannover@t-online.de. Homepage: www.gew hannover.de. Das Begleitprogramm für Hannover und Umgebung mit über zehn Veranstaltungen wurde Ende November als Faltblatt veröffentlicht, es ist auch im Internet abrufbar (PDF): www.region niedersachsen-mitte.dgb.de und www.internetgegenrechts.de. Braunschweig: Koordination: hansi.volkmann@dgb.de. Zentrale Informationen und pädagogisches Begleitmaterial: www.zug-der-erinnerung.eu

 




 

 

 






   
   
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