20.
September 2006
GEW zum Weltkindertag
„Bildung von Anfang an – und aus einem Guss“
Ein Gesamtpaket für die Kindertagesstätten hat die
GEW vorgeschlagen. „Für gelingende Bildungsprozesse, die bei den Jüngsten beginnen, erwartet die Gesellschaft
von der Politik Perspektiven. Bis 2010 sollen die Kitas zu qualifizierten
Bildungseinrichtungen ausgebaut und der Übergang zur Schule gestaltet
werden. Jetzt müssen die ersten, abrechenbaren Schritte gemacht werden“,
sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne in Frankfurt a.M. zum
Weltkindertag.
Ein sechs Punkte umfassendes Gesamtpaket mit dem Ziel „Bildung von Anfang an
- und aus einem Guss“ müsse geschnürt werden. Darüber seien sich
Bildungsgewerkschaft, Erziehungswissenschaftler, Arbeitgeber,
Unternehmensberater und Familienverbände einig. „Wir brauchen unbedingt
einen Rechtsanspruch für alle Kinder von Geburt an, die für sie geeignete
Kindertagesstätte zu besuchen“, unterstrich der GEW-Vorsitzende. Zweitens
sollten alle Kinder vor der Schule mindestens drei Jahre eine ganztägig
geöffnete Einrichtung besuchen. Kindertagesstätten, die Bildung vermitteln
sollen, brauchten entsprechend ausgebildetes Personal. „Erzieherinnen müssen
endlich an Hochschulen ausgebildet werden. Das ist in anderen europäischen
Ländern längst Standard“, benannte Thöne als dritten Punkt.
Er machte sich viertens für gute Arbeitsbedingungen und eine bessere
Bezahlung der Erziehrinnen stark. Für die Kita-Bildungspläne etwa, die in
allen Bundesländern in den vergangenen Jahren entwickelt worden sind,
brauchten Erziehrinnen mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung. „120 Jahre nach
Abschaffung des Schulgeldes sollen Eltern auch keine Kita-Gebühren mehr
zahlen“, sagte Thöne fünftens. Abschließend setzte sich der GEW-Vorsitzende
dafür ein, den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule besser
abgestimmt zu gestalten: „Kitas und Grundschulen brauchen gleiche
Bildungsprinzipien und -philosophie. Sonst fangen die Kinder mit Beginn der
Schulzeit wieder bei Null an.“