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Ratgeber, Broschüren und Unterrichtsmaterialien
12. Dezember 2007 Events Für alle, die die Autobiographie von Rossana Rossanda (Die Tochter des 20. Jahrhunderts, Suhrkamp, Frankfurt 2007) gelesen haben, oder – vielleicht auch auf diese Anregung hin – vorhaben, dies zu tun, sei zur Fortsetzung empfohlen: Pietro Ingrao/Rossana Rossanda: Verabredungen zum Jahrhundertende. Eine Debatte über die Entwicklung des Kapitalismus und die Aufgaben der Linken, VSA, Hamburg 1996. Zeitdiagnostisch setzt dieses Buch dort an, wo die Autobiographie endet: mit der Niederlage der Arbeiterbewegung und der Kommunistischen Parteien Ende der 1960er Jahre, der globalen Restrukturierung des Kapitalismus und der Krise der Systeme der politischen Repräsentation. Das Spannende dabei: Es ist tatsächlich eine Debatte – in Briefen zwischen RR und PI über offene theoretische und praktische Fragen weit über das Jahrhundertende hinaus. Maren Schlierkamp (Vertrieb/Werbung) Ich verschenke dieses Jahr einen fairgehandelten Volleyball (zu beziehen über http://www.fairdealtrading.de/). In Pakistan zum Beispiel werden knapp 70 Prozent der weltweit gehandelten Fußbälle hergestellt. Die Näher und Näherinnen bekommen für ihre Arbeit nur einen sehr geringen Lohn. Unter anderem TransFair verbessert durch Mindestpreise die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Nähzentren. Gerd Siebecke (Lektorat/Herstellung) "Fröhlich vom Fleisch zu essen, das saftige Lendenstück | Und mit dem Roggenbrot, dem ausgebackenen, duftenden | Den Käse vom großen Laib und aus dem Krug | Das kalte Bier zu trinken, das wird | Niedrig gescholten, aber ich meine, in die Grube gelegt zu werden | Ohne einen Mundvoll guten Fleisches genossen zu haben | Ist unmenschlich, und das sage ich, der ich | Ein schlechter Esser bin." (Bertolt Brecht) Joachim Bischoff (Lektorat/Redaktion Sozialismus) Alan Greenspan war von 1987 bis 2006 Chef der US-Notenbank. Er hat wie kein Zweiter die 1990er Jahre und die erste Hälfte des neuen Jahrtausends mit seiner Geldpolitik beeinflusst. Seine Memoiren "Mein Leben für die Wirtschaft: Die Autobiographie", Campus, Frankfurt/New York 2007 (Originaltitel: "The Age of Turbulence: Adventures in a New World") liefern ein Hintergrundbild über die Entscheidungsprozesse in der politischen Klasse der USA. Greenspan verteidigt sich gegen den Vorwurf, seine Politik des billigen Geldes sei eine der Ursachen der Blase auf dem Immobilienmarkt samt den schlechten Krediten, die derzeit Börsen rund um die Welt in Turbulenzen stürzen. Als Greenspan 2006 nach insgesamt 18 Jahren das Amt des Chefs der Federal Reserve übergab, überwog die Einschätzung, Greenspan sei in Wirklichkeit der "Herr der Blasen". Jener Bubbles, die erst für die Finanzmärkte und dann für die Realwirtschaft gefährlich sind. Marion Fisch (Herstellung/Lektorat) Von einem alternativen Projekt handelt Jörg Magenaus Buch "Die taz. Eine Zeitung als Lebensform" (Hanser Verlag München 2007) . Er beantwortet längst nicht alle Fragen zu diesem Blatt, das sich die LeserInnen oft viel besser wünschen, als es dann täglich auf ihrem Tisch landet, enthält aber eine Menge Wissenswertes zum Werdegang des Mediums und den Ereignissen auf und hinter den Redaktionsfluren. Christoph Lieber (Lektorat/Vertrieb/Redaktion Sozialismus) "Alle Jahre wieder" ... muss nicht das bloße "weiter so" sein, worin nach Walter Benjamin die "Katastrophe" beschlossen wäre. Die Wiederkehr des Immergleichen kann auch zum Innehalten und (selbst)kritischen Überprüfen "ewiger Wahrheiten" genutzt werden. Das gilt auch für linke Gewissheiten vom "Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen", über das nachzudenken Elmar Altvater mit seinem gleichnamigen Buch schon zu Weihnachten 2005 aufgefordert hatte. Cornelia Schöler (temporäre Multifunktionskraft) Wer über die nötigen "peanuts" verfügt, dem empfehle ich den 40-Minuten-Weltraumflug im Raketenflugzeug für schlappe 210.000 Euro (Starts ab Ende 2009). Wer mit einem Blick auf andere Kontinente nicht so lange warten will und sich mehr fürs Irdische im Hier und Jetzt interessiert, dem lege ich das neue Buch von Uwe Hoering über den Agrar-Kolonialismus in Afrika ans Herz. Wer daraufhin so richtig wütend wird, für den haben Event-Agenturen dann auch gleich noch das richtige Angebot – vom einstündigen Autozerstören bis hin zum Luftkampftraining im Kampfjet. Bernhard Müller (Redaktion Sozialismus/Koordinator) Dieser Tage wurde über die neue PISA-Studie (PISA 2006) wieder einmal deutlich, wie stark gerade bei uns Bildungsabschluss und soziale Herkunft zusammenhängen. Bildung wird dabei gerne zum Schlüsselfaktor für die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung erklärt. Bei Pierre Bourdieu kann man aber schon nachlesen, dass die Herstellung von formeller Chancengleichheit noch nicht zu einer demokratischen Schule führt und die schulische Demokratie ökonomische und soziale Demokratie voraussetzt. Guido Speckmann (Lektorat/Buchhaltung) 40 Jahre 1968 werfen ihre Schatten voraus. Bereits jetzt gibt es zahlreiche ironisch-distanzierte bis abrechnende Stellungnahmen, und 2008 wird dies sicher noch zunehmen. Deshalb empfehle ich, um eine andere Sichtweise stark zu machen, "Ein Frühling irrer Hoffnung", den ersten Band von Erasmus Schöfers die jüngste Geschichte der deutschen Linken erzählenden Romantetralogie "Die Kinder des Sisyfos" (Dittrich Verlag Berlin 2001). In ihm wird aus der Perspektive der damals Handelnden der Aufbruch von 1968 nachgezeichnet. Ein "Mittel gegen linke Resignation", dessen letzter Teil – endlich! – im nächstem Frühjahr erscheinen wird.
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