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Tarifpolitik


23. Juni 2005
Grünes Licht für Tarifkompromiss zur Beschäftigungssicherung von Lehrkräften in Sachsen

Urabstimmung bei GEW-Mitgliedern beendet


Leipzig/Frankfurt a.M. – Grünes Licht für den Tarifkompromiss zur Beschäftigungssicherung von Lehrkräften in Sachsen haben die Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gegeben. Sie bestätigten das Verhandlungsergebnis in einer Urabstimmung.

Der Kompromiss war nach massiven Protesten und einem eintägigen landesweiten Warnstreik zwischen der Landesregierung und den Lehrergewerkschaften ausgehandelt worden. Er schließt Kündigungen aus und verteilt die Belastungen gerechter als von der Landesregierung geplant. Alle Lehrkräfte (abgesehen von den Schulleitern) an Mittelschulen und Gymnasien sollen demnach für das kommende Schuljahr mit einer Arbeitszeitquote von 85 Prozent arbeiten, dann für drei Jahre mit 77 Prozent und im fünften Jahr mit 79 Prozent. Die Tarifvertragsparteien werden jährlich prüfen, ob eine Anhebung der Quote möglich ist. Zugleich setzte die GEW für die Lehrkräfte an Grundschulen, die bereits seit Jahren in Teilzeit arbeiten, eine schrittweise Anhebung der Arbeitszeit und Bezahlung um vier Unterrichtsstunden in den nächsten vier Jahren durch.

„Dennoch bleibt es problematisch, den Lehrerberuf aus Gründen der solidarischen Arbeitsplatzsicherung im Osten Deutschlands auf längere Sicht in einen Teilzeitberuf zu verwandeln“, sagte die sächsische GEW-Vorsitzende, Sabine Gerold. Sie betonte, dass die Gewerkschaft weiterhin für mehr Lehrerstellen kämpfen werde. Gerold forderte den Landtag auf, zu seiner bildungspolitischen Verantwortung zu stehen.
Nach dem Willen der Landesregierung sollten ursprünglich Arbeitszeit und Bezahlung der Lehrkräfte an Mittelschulen und Gymnasien für sieben Jahre bis auf 61 Prozent gesenkt werden. Alternativ drohte die Landesregierung mit Kündigungen.

   
   
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