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Tarifrunde - Länder L-EGO
26.
März 2010
Tariftelegramm 80.000 Unterschriften an Finanzminister Möllring übergeben In vielen GEW-Landesverbänden sind in den letzten Monaten Unterschriften für eine bessere und gleiche Bezahlung angestellter Lehrkräfte gesammelt worden, teilweise gemeinsam mit dem VBE und anderen Lehrerverbänden aus der dbb Tarifunion. Mehrere GEW-Landesverbände haben ihre Unterschriften auch schon an ihre Landesregierungen übergeben. Heute fand in Hannover eine gemeinsame Übergabe an den Vorsitzenden der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Hartmut Möllring (CDU) statt. Mit dabei waren neben dem GEW-Vorsitzenden Ulrich Thöne und der GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad zehn weitere GEW-Landesvorsitzende sowie eine kleine GEW-Delegation aus Niedersachsen und mehrere Vertreter der dbb-Tarifunion. Die GEW forderte den TdL-Vorsitzenden auf, sich bei seinen Finanzministerkollegen für den schnellen Abschluss eines Tarifvertrages einzusetzen. "Die Bundesrepublik steuert auf einen massiven Lehrermangel zu. Gute Lehrkräfte wachsen nicht auf den Bäumen, wir müssen sie mit attraktiven Arbeitsbedingungen für den Beruf gewinnen. Dazu gehört nicht zuletzt ein angemessenes Einkommen", sagte Ulrich Thöne während der Übergabe. "Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit: Angestellte Lehrkräfte z.B. in den Grundschulen sind es leid, nach dem Motto 'kleine Kinder, kleines Gehalt - größere Kinder, größeres Gehalt' schlechter bezahlt zu werden als andere Lehrkräfte", unterstrich Thöne mit Blick auf den Equal Pay Day am Freitag "Deutschland hat in Europa die rote Laterne in der Frage der schlechteren Bezahlung von weiblichen Beschäftigten gegenüber ihren männlichen Kollegen." Thöne wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ca. 90 Prozent der Lehrkräfte an Grundschulen Frauen seien. Er mahnte Möllring: "Werben Sie bei Ihren TdL-Kollegen für ein klares Signal zur Einigung bei den zurzeit laufenden Verhandlungen über eine Entgeltordnung für Lehrkräfte". "Lehrerinnen und Lehrer dürfen gegenüber anderen Akademikern im öffentlichen Dienst der Länder nicht länger benachteiligt werden. Es ist vollkommen inakzeptabel, dass Lehrkräfte bis zu zwei Gehaltsstufen weniger verdienen als andere Beschäftigte mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss. Es geht hier nicht um Peanuts, sondern um ca. 500 Euro im Monat", sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad gegenüber Möllring. Sie verlangte von den Arbeitgebern, bei der nächsten Verhandlungsrunde endlich Farbe zu bekennen. "Die Gewerkschaften wollen eine tarifliche Lösung für alle 200.000 angestellten Lehrkräfte. Ausbildung und Tätigkeit müssen die entscheidenden Kriterien für die Eingruppierung sein." Zudem stehe auf der Tagesordnung, die Gehälter der Lehrkräfte in den östlichen Bundesländern an die in den westlichen anzugleichen. "Es ist viel Druck im Kessel, der Ärger bei den Lehrkräften ist groß: In nur vier Tagen hat der GEW-Landesverband Sachsen über 6.500 Unterschriften gesammelt", betonte Schaad. Sie kündigte an, dass bei der nächsten Verhandlungsrunde deutliche Schritte der Arbeitgeber erkennbar sein müssten. Sonst würden die Gewerkschaften über öffentlichkeitswirksame Aktionen bis hin zu Streiks nachdenken.
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