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Hochschule / Lehrerausbildung


20. Juni 2007
Bildungsgewerkschaft zur 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

GEW schlägt Aktionsprogramm zur sozialen Öffnung der Hochschulen vor



Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat als Konsequenz aus der in Berlin vorgestellten jüngsten Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) ein „Aktionsprogramm zur sozialen Öffnung der Hochschulen“ vorgeschlagen. „Bund, Länder und Hochschulen müssen die alarmierenden Befunde der Sozialerhebung ernst nehmen und rasch Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Lage der Studierenden ergreifen. Nur so wird das Ziel, den Anteil der Studierenden auf 40 Prozent eines Altersjahrgangs zu steigern, erreicht“, erklärte Andreas Keller, für Hochschulen zuständiges Vorstandsmitglied der GEW, in Berlin. Dieses Aktionsprogramm könne auch dazu beitragen, die so genannte soziale Dimension des Europäischen Hochschulraums zu stärken. Dazu seien Bund, Länder und Hochschulen im Rahmen des Bologna-Prozesses verpflichtet.

Die vom Deutschen Studentenwerk vorgelegten Daten seien Besorgnis erregend, sagte Keller. Sie zeigten, dass der Hochschulzugang in Deutschland ganz maßgeblich von der sozialen Herkunft abhängen. „Dieser soziale Numerus Clausus muss schleunigst aufgehoben werden. Junge Frauen und Männer müssen die gleichen Bildungschancen haben – unabhängig vom Portmonee und Bildungsabschluss ihrer Eltern“, forderte Keller. Er betonte, dass die Daten bereits 2006 erhoben worden seien, also die Auswirkungen der 2007 in mehreren Bundesländern eingeführten Studiengebühren noch nicht abbildeten.

Bund, Länder und Hochschulen müssten daher umgehend Verhandlungen über ein gemeinsames „Aktionsprogramm zur sozialen Öffnung der Hochschulen“ aufnehmen, sagte Keller. Er bot die Mitwirkung der GEW bei den Verhandlungen an und stellte Eckpunkte eines gemeinsamen Aktionsprogramms vor. Zentral sei dabei die Erhöhung der BAföG-Freibeträge und –Bedarfssätze um mindestens zehn Prozent sowie ein Moratorium, um Studiengebühren zu stoppen.

Info: Mögliche Eckpunkte eines Aktionsprogramms:

  • Sofortige Erhöhung der Freibeträge und Bedarfssätze im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) um mindestens zehn Prozent,
  • Verzicht auf die von der Bundesregierung geplante Verschlechterung der Ausbildungsförderung im Zweiten Bildungsweg, der vor dem Hintergrund des sozial selektiven Schulsystems in Deutschland eine wichtige ausgleichende Funktion wahrnehme,
  • Auflage eines Investitionsprogramms zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur an den Hochschulen, mit dem 30.000 zusätzliche Wohnheimplätze geschaffen werden sollten, die nach Angaben des Deutschen Studentenwerks dringend erforderlich sind,
  • Verbesserung der Chancengleichheit von Studierenden mit Kindern durch den flächendeckenden Ausbau von flexiblen und qualifizierten Betreuungsangeboten an den Hochschulstandorten,
  • Verhängung eines Gebühren-Moratoriums, auf dessen Grundlage die Erhebung von Studiengebühren auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wird, um eine weitere Vertiefung der Chancenungleichheit auszuschließen.

Gemeinsam mit dem Deutschen Studentenwerk und der Hans-Böckler-Stiftung wird die GEW vom 27. bis 31. August im Rahmen einer Wissenschaftskonferenz die Ergebnisse der 18. Sozialerhebung auswerten und Konsequenzen für die Hochschul- und Studienfinanzierung beraten. Dazu werden Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Länder und der Hochschulen eingeladen.


Der 5. Weltkongress der Bildungsinternationalen findet vom 22. bis 26. Juli 2007 in Berlin statt. Die GEW ist als eines der drei deutschen Mitglieder des weltweiten Zusammenschlusses von Bildungsgewerkschaften Gastgeber des Kongresses. Die Bildungsinternationale vertritt mehr als 30 Millionen Mitglieder und ist damit die größte internationale Gewerkschaftsföderation. Alle Informationen zum Weltkongress finden Sie unter: www.ei-ie.org/en/index.php


weitere Infos auch unter: www.sozialerhebung.de

 

 

   
   
 GEW Niedersachsen   •  Berliner Allee 16   •  30175 Hannover  •  Tel. 0511 - 338040  •  Fax 0511 - 3380446