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Pressemitteilungen GEW


06. Dezember 2006
GEW kritisiert Modellprojekt des Landes und der Bundesagentur für Arbeit


Förderung leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler muss deutlich früher einsetzen und darf diese nicht weiter isolieren


Das Modellprojekt „Abschlussquote erhöhen, Berufsfähigkeit steigern“ der Niedersächsischen Landesregierung und der Bundesagentur für Arbeit, das am 6. Dezember 2006 mit einer Konferenz in Oldenburg gestartet wurde, wird von der GEW als ungeeignet abgelehnt, leistungsschwachen und abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern in Abschlussklassen der Hauptschulen und Förderschulen wirksam zu helfen.

Die GEW fordert eine frühere und intensive Förderung statt einer weiteren Isolierung dieser Jugendlichen in den achten und neunten Klassen. Dazu bedarf es auch einer spürbaren Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Hauptschullehrkräfte sowie einer kontinuierlichen Zusammenarbeit mit fest angestellten Sozialpädagoginnen und –pädagogen mit tarifierten Verträgen.

Schulen benötigen zusätzliche Stunden für Lehrkräfte und Schulsozialarbeit!

Die Ausgrenzung abschlussgefährdeter Schülerinnen und Schüler in eine eigene Betreuungsstruktur in den achten und neunten Klassen bedeutet faktisch eine „Aussonderung der schon Ausgesonderten“, eine Stigmatisierung der Betroffenen. Auch die vorgesehene Gruppengröße von 20 Teilnehmern, die alle große Lernschwächen aufweisen und aus verschiedenen Schulen zusammengefasst werden, ist für eine wirksame Förderung vollkommen ungeeignet. Diese muss schon in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe in kleineren Lerngruppen stattfinden.

Michael Strohschein, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen: „Durch diesen Modellversuch mit Fremdfinanzierung in Wahlkampfzeiten bescheinigt das Kultusministerium seiner eigenen Hauptschulpolitik Unzulänglichkeit.“



lesen Sie dazu auch: Kein Ausweg aus der Hauptschulkrise



   
   
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