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Berufliche Bildung

 

21. April 2007
GEW zum Berufsbildungsbericht / Vollzeitschulische Ausbildung notwendig


„Ein Papier mit Schönfärb-Faktor“


Als ein „Papier mit Schönfärbfaktor“ hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den jetzt vorgelegten Berufsbildungsbericht bezeichnet. „Das duale System muss reformiert und ergänzt werden. Jahr für Jahr belegen die Zahlen die gravierenden Defizite des Systems. Immer mehr junge Menschen werden nicht mehr integriert, kaum die Hälfte der Bewerber findet einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Allein
auf den Rückgang der Bewerberzahlen, die demografische Lösung zu hoffen, ist pure Illusion“, sagte Stephanie Odenwald, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Berufliche Bildung/Weiterbildung, in Frankfurt am Main zur Vorstellung des Berichts.

Sie schlug den Ausbau vollzeitschulischer Ausbildungsangebote, die mit einer Kammerprüfung enden, vor. „Wenn die Wirtschaft ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung zur Ausbildung der nachwachsenden Generation nicht nachkommt, muss der Staat im Interesse der jungen Menschen in die Bresche springen“, betonte Odenwald. Es sei sinnlos, „immer mehr Jugendliche in endlose, nicht qualifizierende Warteschleifen zu schicken. Hier wird nur die Lebenszeit junger Menschen vergeudet.“ Zurecht würden sich diese als „Generation abgeschoben“ verstehen.

„Ich vermisse in dem Bericht klare Aussagen, dass die bisher eingesetzten Instrumente bei weitem nicht ausreichen, um allen jungen Menschen eine gute Ausbildung zu vermitteln und ihnen damit Berufs- und Lebenschancen zu geben. Es fehlen das Bekenntnis und die Bereitschaft, das duale System zu ergänzen“, sagte die GEW-Sprecherin. Sie bezeichnete die Gewerkschaftsinitiativen, das Recht auf Bildung und Ausbildung im Grundgesetz festzuschreiben, als einen zentralen Schritt, jungen Menschen Lebensperspektiven zu geben und sie in diese Gesellschaft zu integrieren.

   
   
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