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Hochschule / Lehrerausbildung


30. November 2006
Bildungsgewerkschaft bezeichnet Rückgang der Studienanfänger als alarmierend


„Junge Menschen ermutigen, ein Studium aufzunehmen“


Die GEW hat sich dafür stark gemacht, junge Menschen zur Aufnahme eines Studiums zu ermutigen. Die Bildungsgewerkschaft bezeichnete den Rückgang der Zahl und der Quote der Studienanfänger als „alarmierend".

„Die Kosten für ein Studium werden beispielsweise durch die Einführung von Studiengebühren immer höher.
Einen Ausgleich gibt es nicht: Weder sind in den vergangenen Jahren die BAföG-Sätze angehoben noch die Stipendienangebote nennenswert ausgeweitet worden. Jetzt folgt die Quittung: Immer weniger junge Menschen haben den Mut, das Wagnis Studium auf sich zu nehmen. Das ist fatal für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne in Frankfurt am Main. „Wir brauchen künftig mehr und nicht weniger Akademiker. Bund und Länder müssen eine bildungspolitische Gesamtstrategie entwickeln, um das Angebot von Studienplätzen nachfrage- und bedarfsgerecht auszubauen.“ Der jetzt vereinbarte Hochschulpakt sei unzureichend.

Thöne wies darauf hin, dass die Einführung von Studiengebühren in mittlerweile sieben Bundesländern zu einer großen Verunsicherung potenzieller Studienanfänger geführt habe. „Auch der lokale Numerus clausus (NC), den viele Hochschulen verhängt haben, wirkt abschreckend“, betonte der GEW-Vorsitzende. Immer mehr Einrichtungen sähen sich zu diesem Schritt gezwungen, weil ihnen die Finanzmittel fehlen, um die Kapazitäten entsprechend der Zahl der Studienplatzbewerber zu erweitern. Thöne stellte fest, dass viele junge Menschen mit dem Abi in der Tasche angesichts der angespannten Situation an den Hochschulen nach Ausbildungsplätzen suchten. Damit verschärfe sich der Verdrängungswettbewerb auf dem Lehrstellenmarkt. Dies gehe zu Lasten insbesondere der jungen Menschen ohne Schulabschluss bzw. mit Sonder- oder Hauptschulabschluss.

Info: Nach den Daten des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Studienanfänger in 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent zurück gegangen (an Universitäten um fünf Prozent, an Fachhochschulen um gut ein Prozent). Damit ist auch die Quote der Studienanfänger (der Anteil der Studienbeginner an der Gesamtzahl der Menschen eines Jahrgangs) von 2003 bis 2006 um 3,4 auf 35,5 Prozent gesunken.

   
   
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