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Juni 2006
Landesvorsitzender Eberhard Brandt zur Falschmeldung der HAZ zum Thema „GEW und Nationalhymne“

GEW-Kritik richtet sich gegen „nationalistische Stimmungsmache“


Am 15. Juni 2006 berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung auf Seite 2 unter der Überschrift „GEW gegen Nationalhymne“ fälschlich, der GEW-Bundesvorsitzende Ulrich Thöne habe erklärt, die deutsche Hymne transportiere eine Stimmung des Nationalsozialismus. In Wirklichkeit hat sich Ulrich Thöne deutlich gegen nationalistische Stimmungsmache zur Weltmeisterschaft ausgesprochen und die Notwendigkeit einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart des Nationalismus in Deutschland und in dem Zusammenhang auch mit der Geschichte und Gegenwart des „Deutschlandliedes“ betont.

Der HAZ-Artikel basiert auf einer Meldung des Sportinformationsdienstes SID, die ungeprüft übernommen wurde. Der SID beliefert die Medien mit Informationen rund um die WM. Der zuständige SID-Redakteur hat in die Erklärung der GEW „Nationaler Stimmungsmache keine Plattform bieten“ und in das Vorwort des GEW-Bundesvorsitzenden Ulrich Thöne und des hessischen GEW-Vorsitzenden Jochen Nagel zur Neuauflage einer Broschüre über das Deutschlandlied offenbar hineingelesen, was er dort lesen wollte.

Der HAZ-Artikel wurde vom Vorsitzenden des Verbandes der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens e.V. Wolfgang Kuert ebenfalls ungeprüft per E-Mail an zahlreiche Adressaten in Niedersachsen weitergeleitet.

Der niedersächsische GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt hat daraufhin an Wolfgang Kuert und die Empfänger seiner E-Mail den nachstehend wiedergegeben Brief geschrieben. Über den angehängten Link sind die Erklärung der GEW - Bund und die Broschüre einzusehen.




Sehr geehrter Herr Kuert, meine Damen und Herren!

Es ist schon sehr ärgerlich und verlangt daher eine Klarstellung. Der Redakteur der HAZ ist nicht fähig, Texte zu lesen und zusammenzufassen. Der GEW wird eine primitive Position unterstellt und sie wird damit verächtlich gemacht. Herr Kuert war offenbar über die wirklichen Aussagen der GEW nicht informiert.

Damit Sie genau wissen, was der GEW - Bundesvorsitzende gesagt hat und welche Aktivitäten die GEW im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft entwickelt, schicke ich Ihnen die Presseerklärung im Original.

Außerdem erhalten sie über den Internetzugang Materialien, die von der GEW zusammengestellt wurden, um Lehrerinnen und Lehrern zu helfen, sich über die Einflussnahme rechtsextremistischer Gruppierungen auf Jugendliche und SchülerInnen zu informieren, die im Rahmen der WM gezielte Propaganda betreiben. Die NPD - Demonstration anläßlich eines Spiels war ja nur ein Teil dieser Aktivitäten.

Die letzte Ausgabe der Zeitung "Erziehung und Wissenschaft" der GEW - Bund befasst sich ausführlich mit der WM und den politischen Aspekten, vom Fußball in der 3. Welt, vom Nähen der Fußbälle als Kinderarbeit und von der Freude am Sport.

Ich fordere Sie alle dringend auf, diese Arbeit der GEW zu unterstützen und nicht verächtlich zu machen.

Mit freundlichen Grüßen
Eberhard Brandt
Vorsitzender der GEW Níedersachsen


www.gew.de/GEW_Nationaler_Stimmungsmache_keine_Plattform_bieten.html



 

   
   
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