05.
Dezember 2006
DGB unterstützt studentischen Protest gegen Studiengebühren
Gewerkschafter fordern mehr Geld für Hochschulen
Der DGB unterstützt Studentinnen und Studenten bei ihrer Forderung, keine
Studiengebühren zu erheben. Das machte der Hochschulpolitische Arbeitskreis
des niedersächsischen DGB in einer Diskussion mit Studierenden, Landtagsabgeordneten
und Vertretern des Wissenschaftsministeriums im Rahmen seiner diesjährigen
Jahrestagung deutlich.
Durch die Einführung von Studiengebühren würden neue Barrieren
beim Hochschulzugang geschaffen, die sozial ungerecht und bildungspolitisch kontraproduktiv
seien, stellten die GewerkschafterInnen fest. DGB-Landesvorsitzender Hartmut
Tölle sagte: "Die Erhebung von allgemeinen Studienbeiträgen von
500 Euro pro Semester ab dem Sommersemester 2007 macht das Studium für viele
zu einem finanziellen Risiko. Angesichts drohender Schuldenberge werden vor allem
Jugendliche aus einkommensschwachen Familien vor einem Studium zurückschrecken."
Der DGB fordert daher ein chancengleiches Bildungssystem, das auch künftigen
Generationen ein Studium ermöglicht und zwar unabhängig von der eigenen
finanziellen Lage. Die Gewerkschafter appellierten an die Landesregierung, die
Studienbeiträge von 500 Euro zurückzunehmen. "Trotz steigender
Anzahl von Hochschulberechtigten - bundesweit wie in Niedersachsen - zeigen die
jüngsten Zahlen des statischen Landes- und Bundesamt, dass
immer weniger Jugendliche ein Studium beginnen", so Hartmut Tölle,
Vorsitzender des DGB Niedersachsen. "Es ist zu befürchten, dass immer
mehr Hochschulberechtigte auf den Ausbildungsmarkt ausweichen und dort Haupt-
und RealschülerInnen verdrängen."
Um den Anteil der Studienanfängerquote in Niedersachsen deutlich zu erhöhen,
müsse
die Landesregierung größere Anstrengungen beim Ausbau der Hochschulkapazitäten
unternehmen, waren sich die Tagungsteilnehmer einig. Nach den Vorstellungen der
Landesregierung sollen 1.000 neue Studienplätze
an den niedersächsischen Hochschulen ab 2007 zur Verfügung gestellt
werden. "Seit 2003 wurden rund 5.000 Studienplätze in Niedersachsen
durch das Hochschuloptimierungsprogramm radikal abgebaut. 1.000 neue Plätze
sind angesichts dieser Zahlen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein",
sagte Hartmut Tölle, Vorsitzender des DGB in Niedersachsen. Bislang wandern
etwa 25.000 Hochschulberechtigte aus Niedersachsen jährlich in andere Bundesländer
ab. "Niedersachsen muss mehr in seine Hochschulen investieren", so
Tölle. "Zur Schaffung von neuen Studienplätzen gehört neben
einer besseren Betreuung auch die Verbesserung der Infrastruktur und zwar im
sozial-kulturellen wie baulichen Bereich."