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Hochschule / Lehrerausbildung

06. Juni 2005
GEW-Kritik an KMK-Beschluss zur Reform der Lehrerausbildung

Kapitulation vor dem Länderföderalismus


„Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird die dringend notwendige Reform der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer nicht vorantreiben. Ihr Wischiwaschi-Beschluss zur Anerkennung von Bachelor- und Masterstudiengängen ist eine Kapitulation vor dem Länderföderalismus. Aus dem Versuch, die europäische Vielfalt zu sichern, wird eine Flucht in den deutschen Provinzialismus“, erklärte Gerd Köhler, für Hochschule zuständiges Hauptvorstandsmitglied der GEW, in Frankfurt a.M. vor der Presse.


„Junge Menschen brauchen Klarheit über Studienverlauf und berufliche Perspektiven, wenn sie sich für den Lehrerberuf entscheiden sollen. Fehlendes gemeinsames KMK-Konzept und Veto-Recht der Länder beim Akkreditierungsverfahren neuer Studiengänge sorgen jedoch für Verunsicherung und schränken die Mobilität ein“, betonte Köhler. Die Hochschulen erhielten keine Orientierung für den Umbau der Lehrerausbildung. Damit kämen die Länder ihrer Verpflichtung nicht nach, die sie im Rahmen der Europäisierung des Hochschul- und Forschungsraumes, dem sog. Bologna-Prozess, gemacht hatten.

Köhler warnte vor einem „Zweiklassensystem bei den Lehrkräften“. Die falsche Entscheidung, kürzer ausgebildete und schlechter bezahlte Lehrkräfte für die kleinen Kinder verantwortlich zu machen, werde verstärkt und zementiert. „Offenbar spielen die Erkenntnisse aus den schlechten PISA-Ergebnissen keine Rolle: Bei einem Nebeneinander von Master- und Bachelor-Lehrern an den Schulen kommt die Qualität von Bildung weiter unter die Räder. Auch hier hat sich die KMK um ein klares Bekenntnis für gut ausgebildete Lehrkräfte herum gedrückt“, unterstrich Köhler. Gerade vor dem Hintergrund des Generationswechsels an den Schulen und eines drohenden Lehrermangels sei eine Dequalifizierung der Lehrkräfte gegenüber den Schülern verantwortungslos.

   
   
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