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Allgemein
bildende Schulen
10.
Mai 2007
Bildungsgewerkschaft zur Verleihung des Deutschen Hauptschulpreises
GEW: „Integratives Schulsystem statt Beruhigungspillen“
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat
davor gewarnt, die allgemeine Misere der Hauptschulen durch pompöse
Preisverleihungen zu verkleistern und Beruhigungspillen zu verabreichen. „Das
große Engagement der Lehrerinnen und Lehrer an vielen Hauptschulen
kann nicht stark genug gewürdigt werden. Wenn aber suggeriert wird,
dass nur mit dem Engagement der Pädagogen ein durch und durch krankes
Schulsystem gerettet werden kann, werden Lehrkräfte verhöhnt,
die sich tagtäglich aufopfern und dennoch den Niedergang ihrer Schulform
nicht aufhalten können“, sagte GEW-Schulexpertin Marianne
Demmer mit Blick auf die heutige Verleihung des Deutschen Hauptschulpreises.
Sie forderte ein integratives Schulsystem, in dem die Kinder nicht bereits
mit zehn Jahren in unterschiedliche Schulformen sortiert werden. Dann
könnten alle Schüler vom großen pädagogischen Erfahrungsschatz
der Hauptschulen profitieren.
Wie die Realität an vielen Hauptschulen aussieht, zeige ein offener
Brief von 100 Schulleitungen in Baden-Württemberg an Kultusminister
Helmut Rau (CDU). Diese rebellierten offen gegen das dreigliedrige Schulsystem
und verlangten die Abkehr von der frühen Auslese der Kinder. Die
Schulleitungen weisen darauf hin, dass schon längst empirisch bewiesen
sei, dass im gegliederten System Begabungen von Kindern ungenutzt blieben
und nach Herkunft statt nach Leistung sortiert werde. „Wenn im
stockkonservativen Baden-Württemberg Schulleitungen den Aufstand
proben, kann man sich vorstellen, wie groß die Probleme sind“,
unterstrich Demmer.
Mit dem Hauptschulpreis werde zudem „ziemlicher Etikettenschwindel“ betrieben.
Bewerben konnten sich nämlich nicht nur Hauptschulen, sondern alle
Schulformen, die den Hauptschulabschluss vergeben. Dies sind auch verbundene
Haupt-/Realschulen, integrierte Gesamtschulen, Förderschulen für
Lernbehinderte, berufliche Schulen und Schulen mit mehreren Bildungsgängen.
In Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland,
Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Landessieger integrative
Schulen mit mehreren Bildungsgängen oder integrierte Gesamtschulen.
Der Deutsche Hauptschulpreis wird unter den Landessiegern ermittelt.
Insgesamt lag die Beteiligungsquote bei rund fünf Prozent.
Von bundesweit ca. 7000 Schulen, in denen der Hauptschulabschluss vergeben
wird, haben sich 353 Schulen für den Hauptschulpreis 2007 beworben.
Info: In der Anlage finden Sie den offenen
Brief der baden-württembergischen Schulleitungen. Er ist hier als
PDF-Datei verfügbar
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