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Pressemitteilungen GEW


03. April 2008
Veranstaltung „Gesamtschulen jetzt - ohne Wenn und Aber!“ im Restaurant „Leineschloss“

„Herr Ministerpräsident, Sie sind im Wort“

Mit einer gemeinsamen Veranstaltung am 3. April 2008 wandten sich die Niedersächsischen Gesamtschulinitiativen, die GEW und die GGG (Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschulen) vor der ersten ordentlichen Plenartagung an Landtag und Landesregierung.

Der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt erinnerte Ministerpräsident Wulff: „Sie sind im Wort, denn Sie haben versprochen, dass nach den Wahlen neue Gesamtschulen gegründet werden können.“ Ministerpräsident und Kultusministerin müssten dafür sorgen, dass die Regierungskoalition ihren Gesetzentwurf umgehend vorlegt.



„Ministerpräsident Wulff und die Kultusministerin müssen dafür sorgen, dass die Regierungskoalition umgehend ihren Gesetzentwurf vorgelegt.“ Mit dieser Forderung eröffnete der GEW-Landesvorsitzende Eberhard Brandt die Veranstaltung im Leineschloss. Auf dem Podium (von links) Gerhard Hildebrand, Direktor der IGS Wilhelmshaven und Vorsitzender der GGG Niedersachsen, Olaf Lies, MdL und Sprecher der Initiative IGS Friesland, Prof. Rolf Wernstedt und Dr. Dieter Galas. Vom Podium aus gesehen mit auf dem Foto die SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Politze (Hannover), Dörthe Weddige-Degenhard (Wolfenbüttel/Braunschweig) und Silva Seeler (Buchholz).
 


Olaf Lies, MdL und Sprecher der Initiative IGS Friesland, forderte: „Im Vorgriff auf das Gesetz muss das MK die Schulbehörde anweisen, ausgewählten Schulträgern die Vorbereitung der Errichtung von Gesamtschulen zu ermöglichen.“ Schulträger wie die Landkreise Friesland und Schaumburg hätten mit parteiübergreifenden Beschlüssen alle Voraussetzungen geschaffen. Sofort könne das Bedürfnis nach neuen Gesamtschulen festgestellt werden. Die Standorte für die IGS seien beschlossen. Die von Wulff verantwortete Verzögerung der Gesetzgebung führe dazu, dass die ordentliche Vorbereitung der neuen Schulen außerordentlich erschwert würde. „Ist Wulff eigentlich klar, wie groß die Enttäuschung in unserem Landkreis über seine Hinhaltetaktik ist?“, fragte Olaf Lies, der auch stellvertretender Landrat ist.


„In der Kommunalpolitik setzt sich offenbar jenseits der Parteigrenzen ein Wunsch nach Gesamtschulen durch.“ Prof. Rolf Wernstedt bei seinem Referat.
 



Gerhard Hildebrandt, Direktor IGS Wilhelmshaven und Vorsitzender der GGG Niedersachsen stellte die pädagogische Arbeit und das Selbstverständnis der Gesamtschulen dar. Er berichtete über die jüngsten Informationsveranstaltungen für Grundschuleltern. „An vielen Integrierten Gesamtschulen war die Nachfrage noch nie so groß wie in diesem Jahr. Es flossen Tränen, als die Eltern erfuhren, wie viele Gesamtschulplätze fehlen, um alle Kinder aufnehmen zu können.“ Hier warten Eltern und Schulträger darauf, endlich grünes Licht für die Planung neuer Gesamtschulstandorte zu bekommen.




Das Errichtungsverbot für Gesamtschulen beenden.
Auch Ina Korter (Bündnis 90 / Die Grünen) schaltete sich in die Diskussion ein. Inzwischen hat die Fraktion einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht.
 



Prof. Rolf Wernstedt referierte über seine Erfahrungen als ehemaliger Kultusminister mit der Einführung und Entwicklung der Gesamtschulangebote in Niedersachsen. Er beobachte erfreut, dass nach fünf Jahren Schulpolitik der Konservativen mit Gesamtschulverbot, Abschaffung der Orientierungsstufe und Einführung des G8 bei vielen Schulträgern ein neues Interesse an der Gestaltung ihrer Schullandschaft entstanden sei. In der Kommunalpolitik setze sich offenbar jenseits der Parteigrenzen ein Wunsch nach Gesamtschulen durch.



Auch DIE LINKE hat einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht. Im Hintergrund Kreszentia Flauger (LINKE) bei ihrem Redebeitrag. In der Bildmitte die GEW-Vorstandsmitglieder Cordula Mielke, Henner Sauerland und Michael Strohschein. Ihnen gegenüber sitzt Herbert Kastner, einer der Gründungsväter der niedersächsischen Gesamtschulen.
 




Dr. Dieter Galas, Ministerialdirigent a.D., langjähriger Gesamtschulleiter, stellte die Anforderungen der Gesamtschulbewegung an die Änderung des Schulgesetzes dar und ging auf die erforderliche Gestaltungsfreiheit der Schulträger ein. Da Gesamtschulen die Bildungsgänge aller Schulformen enthalten, könnten Schulträger mit der Errichtung von Gesamtschulen ein vollständiges Bildungsangebot erfüllen. Ein Gesetz müsse regeln, dass diese Schulen überall da eingerichtet werden, wo das Bedürfnis festzustellen sei.



Den Gesetzentwurf der eigenen Fraktion erläutert. Frauke Heiligenstadt (SPD), bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
 



Mit Beifall wurden entsprechende Gesetzentwürfe und Äußerungen von SPD, LINKEN und Grünen von der Versammlung aufgenommen.


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