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Pressemitteilungen GEW


10. Dezember 2007
Schulträger aktiv


IGS-Gründungen zum 1.8.2008 werden vorbereitet

„Unser Kreis hat die Einrichtung einer Vorbereitungsgruppe beschlossen und mit den nötigen Finanzen ausgestattet“, erklärte Olaf Lies, Sprecher der IGS-Initiative und stellv. Landrat aus Friesland, bei dem Treffen der Gesamtschulinitiativen in Hannover. „Der Bedarf in der Elternschaft ist eindeutig.“ kommentie­ren die Vorsitzenden der Elternvertretungen zweier Grundschulen Anka Clemens-Wölbern und Thomas Klaus. „Eigentlich hätten wir eine Befragung gar nicht gebraucht, weil seit Jahren alleine die Zahl der Eltern, die ihre Kinder vergeblich an der IGS Wilhelmshaven anmelden, den Bedarf für eine eigene IGS in Friesland beweist.“ Im Kreistag und den Gemeinden ist unumstritten, dass ein Schulzentrum in eine IGS umgewandelt werden soll, um das Bildungsangebot zu verbessern. Diese Absicht ist so eindeutig, dass sich auch die CDU Landtagskandidatin Elisabeth Onken für eine neue IGS einsetzt und im Kreistag den Antrag eingebracht hat, 10.000€ für die Vorbereitungsgruppe zu bewilligen.

Im Landkreis Schaumburg geht die Errichtung zusätzlicher Gesamtschulen in eine neue Phase. Drei von vier Gemeinderäten haben dies einstimmig beschlossen. Die Voten der Kollegien der Schulzentren sind eindeutig. Typisch für die Einschätzung der Lage der Schulzentren mit verbundenen Haupt- und Real­schulen ist die Aussage des Realschulrektors Wolfgang Fließ. Anlässlich seiner Verabschiedung in den Ruhestand hatte er sich drastisch geäußert: „Das dreizügige Schulsystem ist nicht nur bettlägerig, son­dern es ist sterbenskrank; diese Erkenntnis wüsche ich allen Parteien“. Und dann fügte er lächelnd hinzu: „Wenn Obernkirchen die Gesamtschule erhält, spendiere ich ein 50-Liter-Fass Bier!“

Auch der Kreis Schaumburg wird im Februar die notwendigen Vorbereitungsgruppen einrichten und im Vorgriff auf die von der Regierungskoalition angekündigte Änderung des Schulgesetzes Anträge auf Um­wandlung der Schulzentren in Gesamtschulen beantragen, die nach der Verabschiedung des Gesetzes genehmigt werden sollen. Richard Wilmers, ehemaliger Leiter der IGS Schaumburg: „Kultus­minister Busemann hat im Landtag erklärt, die Regierungskoalition wolle nach den Wahlen umgehend das Grün­dungsverbot aufheben, so dass die ersten Gesamtschulgründungen zum 1. August 2008 möglich wären, wenn die Schulträger den Willen zu Gesamtschulen eindeutig beschlossen haben, der Bedarf der Eltern­schaft nachgewiesen ist und weiterhin Schulen des gegliederten Schulsystems in zumutbarer Entfernung zu erreichen sind.“ Diese Bedingungen seien im Kreis Schaumburg bei den vier Schulzentren eindeutig gegeben, so Wilmers. „Wenn der Kultusminister seine Aussagen ernst meint, können wir zum 1. 8. unser Bildungsangebot wie geplant erweitern. Falls SPD, Grüne und Linke die Regierung stellen, würden die Gesamtschulen ohnehin schnell kommen.“

Die im Pressespiegel des Kultusministeriums berücksichtigten Lokalzeitungen berichten, dass in größe­ren Städten und kleineren Kommunen Beratungen der parlamentarischen Gremien stattfinden, in denen erörtert wird, wie Neugründungen von Gesamtschulen durch Umwandlungen von Schulzentren und Schulen erreicht werden können. „Immer geht es den Kommunalpolitikern um die Frage, wie der Abwan­derung von Haupt- und Realschulen durch eine Verbesserung des Bildungsangebots begegnet werden kann. Im ländlichen Raum geht es eindeutig um die Sicherung von Schulstandorten. Diese Diskussion läuft parteiübergreifend und unideologisch.“ betont GEW-Landesvorsitzender Eberhard Brandt. Vor Ort stimmten immer mehr CDU – Abgeordnete der Gesamtschulgründung zu.

„Die ideologisch motivierte Hasskampagne gegen die „sozialistische Zwangseinheitsschule“, die verein­zelte CDU-Vertreter im Landtag zu initiieren versuchen, kommt im Lande nicht mehr an.“ kommentiert der GEW-Bildungsexperte Richard Lauenstein. Selbst diejenigen, die im Landtag die gröbsten Scharfmacher abgäben, zeigten in der Lokalpresse großes Verständnis für den Wunsch ihrer örtlichen Parteifreunde nach Umwandlung ihrer Schulen in Gesamtschulen.

Die Gesamtschulinitiativen wenden sich mit einem Unterstützungsangebot an alle interessierten Kommu­nen, die über die Verbesserung ihres Schulangebots beraten. „Wir stellen die Beschlüsse verschiedener Schulträger zur Verfügung. Erfahrene ehemalige Gesamtschulleiter aus Hannover und anderen Städten, sowie ehemalige Gesamtschuldezernenten helfen gerne, um dafür zu sorgen, dass die Wünsche nach neuen Gesamtschulen zum 1. 8. 2008 in Erfüllung gehen.“ versichert Barbara Kieser, ehemalige Leiterin der IGS Vahrenheide aus Hannover.

 




   
   
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