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Oktober 2006
„Mehr BAföG, mehr Akademiker!“


GEW bietet BAföG-Hotline an


Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat vorgeschlagen, das BAföG zu reformieren und damit mehr Studierende und Auszubildende finanziell zu unterstützen. „Deutschland braucht mehr gut qualifizierte Akademiker, um zukunftsfähig zu bleiben. Die Politik tut jedoch gerade alles, um jungen Menschen die Hörsaaltüren vor der Nase
zuzuschlagen: Mittel werden in umstrittene Projekte wie Elite-Hochschulen und die Forschung investiert. Das Geld für die Lehre sollen die Studierenden selbst mitbringen: Immer mehr Hochschulen kassieren Studiengebühren“, sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne in Frankfurt am Main.

„Damit insbesondere Kinder aus einkommensschwachen Haushalten, aber zunehmend auch aus Mittelschichtsfamilien nicht aus finanziellen Gründen von der Aufnahme eines Studiums abgeschreckt werden, muss der Staat seine BAföG-Leistungen verbessern. Die Förderhöchstsätze um ein paar Euro anzuheben, reicht nicht“, sagte Thöne. Zur Zeit erhielte rund ein Viertel aller Studierenden BAföG. Thöne unterstrich, dass 70 Prozent der BAföG-Empfänger erklären, dass sie ohne diese Unterstützung nicht studieren könnten. Gut zwei Drittel aller Studierenden arbeiteten neben dem Studium, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. „Für immer mehr junge Menschen wird das Studium zwangsläufig zum Zweitjob“, kritisierte Thöne mit Blick auf zusätzliche finanzielle Belastungen wie Studiengebühren und steigende Haushaltskosten.

„Bankdarlehen, an denen sich die Kreditinstitute eine goldene Nase verdienen, weisen den falschen Weg“, betonte der GEW-Vorsitzende. „Der Staat muss sich seiner Ausbildungsverantwortung stellen und jungen Menschen beste Bildung ermöglichen. BAföG ist ein Instrument, mehr Chancengleichheit in einer sozial immer weiter auseinander driftenden Gesellschaft zu verwirklichen.“ Gut ausgebildete Menschen leisteten mit ihren innovativen Ideen einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft.

Info: Die GEW bietet heute, 11.00 bis 18.00 Uhr, und Samstag, 28. Oktober, 9.00 bis 12.00 Uhr, eine bundesweite BAföG-Hotline an (Telefon: 01804/789730, 24 Cent pro Anruf). Unter www.bafoeg-info@gew.de beantwortet das GEW-Expertenteam auch Mailanfragen. Weitere BAföG-Infos finden Sie auf der GEW-Webseite unter www.gew.de.

Wichtige Fakten zum BAföG:

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) trat zum 01. September 1971 in Kraft und löste das „Honnefer Modell“ ab. Die letzte BAföG-Reform datiert vom April 2001: Der Darlehensanteil, den Studierende zurückzahlen müssen, wurde auf 10.000 Euro begrenzt. Außerdem wurde die BAföG-Auslandsförderung erweitert.

Seit 2001 beträgt der BAföG-Förderhöchstsatz 585,00 Euro im Monat. Im Durchschnitt erhalten die Studierenden 375,00 Euro monatlich. Der Anteil der Studierenden, die den Höchstsatz erhalten, liegt bei 37 Prozent. Bei den Schülerinnen und Schülern erhalten 61 Prozent die Vollförderung.

2005 haben 507.000 der rund zwei Millionen Studierenden BAföG erhalten. Seit Einführung des BAföGs sind 3,8 Millionen Studierende und 4,4 Millionen Schülerinnen und Schüler gefördert worden. Die Gefördertenquote schwankt zwischen jeweils rund 20 Prozent in Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen bis zu rund 40 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Laut aktueller Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) werden 67 Prozent der Studierenden aus einkommensschwachen und 47 Prozent der Studierenden aus Mittelstandsfamilien mit BAföG gefördert.



 

 

 






   
   
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