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Pressemitteilungen DGB


13. Oktober 2008
DGB hält Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt für konjunkturell bedingt

Hartmut Tölle: Es gibt aber weiter gravierende strukturelle Probleme


Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bewertet die positive Entwicklung auf dem niedersächsischen Ausbildungsstellenmarkt als erfreulich. Der DGB macht aber zugleich deutlich, dass es gravierende strukturelle Probleme gibt. Der Landesvorsitzende Hartmut Tölle sagte: „Die gute Konjunktur und der massive Rückgang der Bewerber haben in erster Linie zur Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt beigetragen.“ Er wies darauf hin, dass die Zahl der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, um 9,8 Prozent auf knapp 64.000 gesunken ist. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in Niedersachsen stagniert dagegen bei rund 47.200, während sie im Schnitt in den westdeutschen Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent gestiegen ist.

Problematisch ist aus Sicht des DGB auch, dass nach wie vor rund 8,5 % der gemeldeten Lehrstellen lediglich eine außerbetriebliche Ausbildung bieten. DGB-Landeschef Hartmut Tölle sagte: „Wir brauchen mehr betriebliche Ausbildungsstellen, denn sie bieten den Jugendlichen die besten Berufsaussichten. Es gibt immer noch kein auswahlfähiges Stellenangebot für die Jugendlichen.“ Mit einem Verhältnis von 0,68 betrieblichen Berufsaus-bildungsstellen je Bewerber hat sich die Situation nur unwesentlich gegenüber 2007 (0,61) verbessert. Niedersachsen belegt damit im Vergleich zu den anderen westdeutschen Bundesländern den vorletzten Platz. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1980 kann erst bei einem Wert von 1,12 von einem auswahlfähigen Angebot an Ausbildungsplätzen gesprochen werden.

Frank Ahrens, Vertreter der DGB-Jugend, macht auf die schwierige Lage der so genannten Altbewerber aufmerksam. Ihre Zahl beträgt rund 31.450 und macht damit fast die Hälfte aller gemeldeten Bewerber aus. Unvermittelt sind nun noch 672 Schulabgänger aus früheren Jahrgängen; prozentual nehmen diese aber einen immer größeren Anteil an den unvermittelten Bewerbern ein. (65,1% in 2008 gegenüber 63,9% in 2007) Frank Ahrens: „Das Problem der Altbewerber türmt sich von Jahr zu Jahr immer weiter auf. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.“




   
   
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