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Pressemitteilungen GEW



26. September 2006

Busemanns Prognosen haben sich als falsch erwiesen


Gesamtschulen weiter im Aufwind


„Eine erste statistische Berechnung der Schuldaten ergibt, dass der Erfolgstrend der Gesamtschulen anhält“, erklärte der niedersächsische GEW – Vorsitzende Eberhard Brandt. „An den integrierten Gesamtschulen gab es 6.000 Anmeldungen auf 4.000 Plätze. Ein Drittel musste also abgewiesen werden. Dies entspricht 16 vierzügigen Gesamtschulen, die neu gegründet werden müssten, um dem Elternwillen zu entsprechen. Rechne man die Kooperativen Gesamtschulen hinzu, so besuchen über 12 Prozent aller Kinder in den 5. Klassen eine Gesamtschule. In vielen Städten und Kreisen haben die Eltern keine Wahlmöglichkeit, weil bisher keine Gesamtschulen eingerichtet sind. Sonst wäre der Anteil höher. Etwa ein Drittel der Eltern suchen sich Gesamtschulen aus, wenn ein entsprechendes Angebot vorhanden ist.“, so Eberhard Brandt.

Kultusminister Busemann hatte in seiner Presseerklärung zum Schuljahresanfang versucht, die Gesamtschulen schlecht zu machen.
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Zu diesem Zweck hatte er behauptet, Eltern von Kindern mit Gymnasialempfehlung mieden die Gesamtschulen. Busemann erweckte zudem den Eindruck, die Gesamtschulen könnten ihren pädagogischen Ansatz nicht mehr erreichen, weil sie zu viele Anmeldungen mit Hauptschulempfehlung hätten. Zum Zeitpunkt dieser Erklärung standen noch keine Aufnahmedaten aus den Schulen zur Verfügung.

Eine landesweite Übersicht der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschulen zeigt jetzt ein anderes Bild. Im Landesdurchschnitt kommt bei der IGS ein Viertel der Anfänger mit Gymnasialempfehlung, bei der KGS ein Drittel. Hauptschulempfohlene machen bei den IGS ein Drittel, bei der KGS ein Fünftel aus. Bei beiden Gesamtschulformen dominieren die Realschulempfehlungen mit ca. 44 Prozent. Diese Daten liegen im Schnitt der letzten Jahre. Allerdings mussten in diesem Schuljahr an vielen Gesamtschulen so viele Gymnasialempfohlene abgelehnt werden wie noch nie.

Hoher Anteil von Gymnasialempfehlungen

Die einzelnen Gesamtschulen unterscheiden sich nach ihrem sozialen Umfeld. Wo ein akademisches Milieu dominiert, erreichen Integrierte Gesamtschulen zwischen 40 und 60 Prozent Anmeldungen mit gymnasialer Empfehlung. Dass einige Gesamtschulen von den Schulträgern bewusst in sozialen Brennpunkten eingerichtet worden sind, spiegelt sich ebenfalls bei den Anmeldungen wieder. Diese Gesamtschulen sind nach ihrem schulgesetzlichen Auftrag und ihrem Schulprogramm darauf ausgerichtet, sozial Benachteiligten mehr Entwicklungschancen zu geben, als sie sie in Hauptschulen bekommen könnten. Diese Arbeit nehmen die Gesamtschulen an und zwar seit dreißig Jahren. Viele Jugendliche erreichen höherwertige Abschlüsse, als von den Grundschulprognosen her zu erwarten sind. „Kein Wunder, dass diese Schulen bei der Elternschaft akzeptiert sind.“, so der GEW-Vorsitzende.

„Gerade an diesen Schulen stoßen den Lehrkräften die Worte von Kultusminister Busemann (CDU) bitter auf, dass die Gesamtschulen Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulempfehlung nicht genügend fördern könnten.“, so Eberhard Brandt. „Gesamtschulen haben die Schulsozialarbeit und die Ganztagsschule erfunden, dort haben sie einen festen Platz. Von ihnen kam die Idee der Betriebspraktika und des Arbeitslehreunterrichts. Hier hat technische Bildung einen großen Stellenwert im Wahlpflichtbereich. Busemann hat den Gesamtschulen die Ganztags-, Differenzierungs- und Förderstunden zusammengestrichen. Wenn er meint, den Gesamtschülern fehlten diese Fördermöglichkeiten, dann soll er ihnen diese wieder zurückgeben“, fordert Brandt.

Die „Stärkung“ der Hauptschulen ist gescheitert

Brandt vermutet, dass die massive Abwendung der Eltern von den Hauptschulen der Grund für die unseriösen Angriffe auf die Gesamtschulen ist. Seit Busemann die Hauptschulen „stärke“, gehen die Anmeldezahlen zurück. 2001 waren es 26, 5 Prozent, jetzt sind es nur noch 16, 5 Prozent eines Schuljahrgangs. Die Hälfte der Hauptschulen habe weniger als zwei Klassenzüge. Die 5. und 6. Klassen müssten häufiger denn je jahrgangsübergreifend unterrichtet werden.

Der GEW-Chef appellierte an den Kultusminister: „Herr Busemann, stecken Sie nicht länger den Kopf in den Sand. Die Stärkung der Hauptschulen ist gescheitert. Schulschließungen kommen mit Sicherheit. Die kleine integrierte Gesamtschule ist eine gute Alternative für viele Gemeinden, um alle Bildungsgänge anbieten zu können. Ziehen Sie endlich das Gesamtschulgründungsverbot vom Tisch!“



   
   
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