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18. Dezember 2006
Pressemeldung zur Anwesenheitspflicht von Lehrkräften in der Schule dementiert


Klares fragwürdiges Dementi


Mit einer Pressemitteilung hat der Bildungspolitische Sprecher und Stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion Karl-Heinz Klare auf die massive Kritik an seinen Äußerungen zur Lehrerarbeitszeit reagiert. Viele Kolleginnen und Kollegen haben offensichtlich die Möglichkeit genutzt, sich per E-Mail oder Fax direkt an den Landtagsabgeordneten zu wenden. Klare stellt seiner Pressemeldung diese Erklärung voran:



Sehr geehrte Damen und Herren,

wegen der Vielzahl der eingegangenen E-Mails und Schreiben, die ich zu der Frage der Lehrerarbeitszeit erhalten habe, kann ich Ihnen nicht persönlich antworten. Ich übersende Ihnen deshalb ein Schreiben, welches ich auch an die Lehrerverbände gesandt habe.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mein Schreiben auch in Ihrem Kollegenkreis bekannt geben würden.

Mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Klare




Brief an die Lehrerverbände

Weil ich keine andere Möglichkeit sehe, Sie über das Zustandekommen der o. a. Pressemitteilung zu informieren, schreibe ich Sie direkt an.

Die Meldung zur Anwesenheitspflicht von Lehrkräften in der Schule von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr ist falsch; ich habe sie unmittelbar, nachdem ich von der Veröffentlichung erfahren habe, dementiert.

Ich habe eine solche Aussage nicht gemacht; sie entspricht auch nicht meiner Auffassung und sie ist auch praktisch nicht umsetzbar. Viele von Ihnen wissen, dass ich vor meiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter Lehrer, Schulleiter und Schulaufsichtsbeamter war.

In dem entsprechenden Interview ging es um Verlässlichkeit von Schulen. Ich habe hierbei auf die Verlässlichkeit von Grundschulen hingewiesen, die mit einer entsprechenden Unterrichtsversorgung und zusätzlichem pädagogischen Personal erreicht worden ist.

Für die Schule des Sek. I-Bereichs kann von dem Begriff "Verlässlichkeit" zurzeit noch nicht gesprochen werden; sie muss aber das Ziel unserer schulpolitischen Überlegungen sein.

In diesem Zusammenhang habe ich mich lediglich zur Einführung der Eigenverantwortlichen Schule und zu dem erweiterten Gestaltungsrahmen für Schulen ab dem 1.8.2007 geäußert.

Danach kann jede Schule im Rahmen ihrer pädagogischen Verantwortung und ihrer organisatorischen Möglichkeiten eigene Beschlüsse fassen, die auch die Anwesenheit von Lehrkräften über den eigentlichen Unterricht hinaus beinhaltet. Welche Aufgaben in dieser Zeit erledigt werden, wird im Rahmen der pädagogischen Verantwortung der jeweiligen Schule zu beantworten sein. Das Spektrum für solche Aufgaben ist breit und hängt vom Angebot und vom Status der Schulen ab. Eine Ganztagsschule wird andere Schwerpunkte setzen als andere Schulen, Gymnasien werden andere Angebote machen als z.B. Hauptschulen.

Aber genau da liegt die besondere Chance der Eigenverantwortlichen Schule.

Die höchst unterschiedlichen Reaktionen auf den Pressebericht haben mich zwar nicht überrascht, umso mehr ist es aber deutlich geworden, auch öffentlich über die "neue Arbeitszeit" unserer Lehrkräfte mit den veränderten und ganz erheblich ausgeweiteten Aufgaben zu sprechen. Der Unterricht mit seinen Vor- und Nachbereitungen unter sehr erschwerten pädagogischen Bedingungen, Klassenarbeiten, Verwaltungstätigkeiten usw.; ich glaube, dass ist der interessierten Öffentlichkeit durchaus bekannt.

Die ganz erheblichen zusätzlichen Belastungen von Lehrkräften aber, die sich aus dem veränderten Verhalten von Kindern und Jugendlichen ergeben - ausgelöst durch die Zunahme an Verhaltensauffälligkeiten und Verstößen - sind weitestgehend nicht bekannt. Daraus resultieren eine deutlich verstärkte Konferenztätigkeit, Gespräche mit Jugendämtern, mit Polizei und mit Eltern und zusätzlicher Gesprächsbedarf mit außerschulischen Partnern.

Selbstverständlich gehört auch der Aufgabenzuwachs durch die Vorgaben zur verbesserten Qualität der schulischen Arbeit dazu, die wir als gemeinsames Ziel definiert haben. Dazu gehören Schulprogrammarbeit, Steuerungsgruppenarbeit, Sprachstandsfeststellungen, Vorbereitung auf die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung, Bildungsstandards, Vorbereitung auf die Eigenverantwortliche Schule und einiges mehr.

Die CDU-Landtagsfraktion wird sich auch weiterhin sehr intensiv mit diesen Fragen befassen.

Natürlich stehe ich Ihnen gern für einen weiteren Informationsaustausch zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Karl-Heinz Klare


Brief ist hier als PDF-Datei verfügbar

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