• Aktuelle Themen
• Tarifrunde 2013 (Länder)
• Änderungen Nds. Beamtengesetz
• Digitalisate
• Oberschule
• Neue Termine RSS-Feed

29.05.2012
EUW 06/2012 ist jetzt exklusiv für Mitglieder verfügbar

22.05.2012
DGB-Appell an Bundestagsabgeordnete: Fiskal-
pakt nicht zustimmen!

07.05.2012
Aus für den Schultrojaner Neue Lösung für Nutzung digitaler Bildungsmedien wird kommen



      weitere Meldungen lesen


Neues
Bezirks- und Kreisverbände
   

 

Eigenverantwortliche Schule und Schulinspektion



11. August 2009
Eigenverantwortliche Schule

Dienen Evaluationen der schulischen Qualitätsentwicklung?


Das niedersächsisches Kultusministerium setzt bei der Steuerung der Eigenverantwortlichen Schule auf die innere und äußere Evaluation. Inwieweit diese Evaluationen durch Schulinspektion und die Nutzung von Beobachtungs- und Befragungsinstrumenten aber wirklich das erhoffte qualitätsentwickelnde Potenzial enthalten und die schulische Qualitätsentwicklung entsprechend befördern, ist bisher nicht durch vergleichende Untersuchungen belegt. Können Evaluationen der Schule also die mit ihnen verbundenen Ansprüche überhaupt erfüllen? Erste Erfahrungen jedenfalls geben Anlass zu der Vermutung, dass die aktuell forcierten Instrumente sogar eher negative Effekte für die Schule und ihre Qualität haben könnten.

Prof. Dr. Wolfgang Böttcher von der Universität Münster hat zu diesem Themenkomplex den lesenswerten Aufsatz „Was leisten Evaluationen für die Qualitätsentwicklung?“ verfasst, veröffentlicht in: Thorsten Bohl/Hanna Kiper (Hrsg.): Lernen aus Evaluationsergebnissen. Verbesserungen planen und implementieren. Heilbrunn 2009.

In einem ersten Abschnitt beschreibt der Autor die vielfältigen Instrumente der Schulpolitik, die als Evaluationsmaßnahmen deklariert sind, und unterzieht diese einer kritischen Bewertung. Diese mündet in der These, „dass die unter „Evaluation“ firmierenden Maßnahmen auf Kontrolle der Schule zielen und viel zu wenig die Maßnahmen der Verbesserung ansprechen, die in den Mittelpunkt gehörten.“

Der zweite Teil des Textes befasst sich mit der Frage, was Evaluation eigentlich ist und welchen Gütekriterien sie verpflichtet ist. Vorgestellt werden fünf Typen der Programmevaluation mit ihren Einsatzmöglichkeiten und ihrer Dienlichkeit im pädagogischen Bereich. Des Weiteren werden die Standards der Evaluation beschrieben, die Evaluierten und Auftraggebern von Evaluationen Orientierung und Sicherheit geben sollen: Nützlichkeits-, Durchführbarkeits-, Korrektheits- und Genauigkeitsstandards sind Leitprinzipien, die bei jeder Evaluation Berücksichtigung finden sollten.

Abschließend geht Wolfgang Böttcher auf die Gefahren ein, die inzwischen bei der Analyse der Umsetzung erkennbar werden. Da „Evaluation (...) eher in ein „Kontrollparadigma“ als in ein kohärentes Konzept der Qualitätsentwicklung platziert“ werde, besteht die Gefahr, dass Beobachtungen der Schulinspektion beispielsweise, ohne Beweise für die Validität und Reliabilität der von ihren ermittelten Daten liefern zu können, auf der Beschreibungsebene bleiben. Fragen nach dem Zustandekommen der Ergebnisse, notwendigen Maßnahmen, um die Ergebnisse zu verbessern, oder der Rolle der Ressourcenausstattung bleiben offen: „Es fehlen sowohl Erklärungen als auch effektive Maßnahmen.“
Auffällig – so der Autor - sei auch, dass die Ebenen der Systemsteuerung, insbesondere die der politischen Steuerung, konsequent herausgehalten werden. Auch die mit der Dezentralisierung der Schulen einhergehende erforderliche Umgestaltung der Schulaufsicht werde nicht in Evaluationsverfahren einbezogen, obwohl sie in einem solch umfassenden Prozess des Change-Managements ein durchaus wichtiges Instrument sein könnte.


Kompletter Beitrag von Wolfgang Böttcher: "Was leisten Evaluationen für die Qualitätsentwicklung?" ist zum Download verfügbar




 

   
   
 GEW Niedersachsen   •  Berliner Allee 16   •  30175 Hannover  •  Tel. 0511 - 338040  •  Fax 0511 - 3380446