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Pressemitteilungen GEW



11. Dezember 2006

Klare (CDU) verbreitet absurde Vorstellungen über die Arbeit der Lehrkräfte und bereitet die Einführung weiterer Mehrarbeit vor


GEW fordert Kultusminister und CDU-Fraktion zur Distanzierung auf

Als populistisches Geschwätz, das weltfremde Vorstellungen über die Arbeit der Lehrkräfte verbreite und letztlich die Durchsetzung weiterer Mehrarbeit bezwecke, wertete die GEW Niedersachsen den jüngsten Vorstoß des stellvertretenden Vorsitzenden und Bildungspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion Karl-Heinz Klare.

Klare hatte die künftigen Schulvorstände der Eigenverantwortlichen Schulen aufgefordert, ab August 2007 Präsenzzeiten für alle Lehrerinnen und Lehrer von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr zu beschließen. Der gesamte Arbeitstag der Lehrkräfte finde dann in dieser Zeit statt und Unterrichtsausfälle gehörten der Vergangenheit an.

Es sei nicht zu übersehen, so GEW-Landesvorsitzender Eberhard Brandt, dass die Regierung wegen der offenkundig unzureichenden Personalausstattung der Schulen in Bedrängnis sei. Oft gelinge es kaum, den Pflichtunterricht zu gewährleisten. Auch die Poolstunden würden dafür verbraucht. Notwendige pädagogische Arbeit könne nicht geleistet werden. Soviel Vertretungsunterricht wie jetzt habe es noch nie gegeben. Trotzdem fielen Stunden aus. Die CDU-Fraktion wolle diese Probleme nun offenbar lösen, indem sie den Lehrkräften in der Eigenverantwortlichen Schule durch Beschluss des Schulvorstands noch mehr Unterrichtsverpflichtung aufzwinge.

Die Arbeitszeit der Lehrkräfte so zu definieren, wie Klare es getan habe, sei absurd. Er suggeriere, dass die Lehrerinnen und Lehrer einen Halbtagsjob hätten und ihre Vor- und Nachbereitung mal eben so nebenbei unterbrochen durch zusätzliche Vertretungsstunden erledigen könnten. Es komme aber noch absurder. Laut Klare gäbe es ausreichend Arbeitsplätze an den Schulen. Es gäbe Schulbibliotheken, genügend Räumlichkeiten und Tische. Brandt: „Was für eine Vorstellung von unserer Arbeit hat Herr Klare eigentlich? Sollen wir uns stundenweise in leeren Klassenzimmern an die Schülertische setzen? Hat Klare von Fachbüchern und Arbeitsmitteln noch nichts gehört?“

Klare handele unverantwortlich, wenn er den Eindruck erwecke, Schulvorstände könnten mit einem Beschluss zur „Verlässlichkeit“ die Arbeitszeitordnung und die Mitbestimmung der Personalräte nach Belieben außer Kraft setzen und die Arbeitszeit und die Aufgaben der Lehrkräfte nach Gutdünken bestimmen. Auch in der Eigenverantwortlichen Schule gäbe es Rechtsvorschriften.

Brandt: „Will die CDU-Fraktion mit ihrer Forderung etwa die GEW-Einschätzung der Funktion der „Eigenverantwortlichkeit“ bestätigen, die Regierung wolle sich auf Kosten der Kollegien aus ihrer Verantwortung für die personelle und finanzielle Ausstattung der Schulen zurückziehen?“

Der GEW-Landesvorsitzende forderte Kultusminister Busemann und die CDU-Fraktion auf, sich von Klares Vorstoß deutlich zu distanzieren.
In einem Brief rief er die Kollegien und Schulpersonalräte der niedersächsischen Schulen dazu auf, Klare und dem Niedersächsischen Kultusminister deutlich zu zeigen, was sie von Klares Vorstellungen halten.


Offener Brief ist hier als PDF-Datei verfügbar

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