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27. August 2007
Besetzung von Schulleiterstellen immer schwieriger


Zahlen sprechen deutliche Sprache


Das niedersächsische Kultusministerium hat jetzt aufgrund einer Landtagsanfrage der Abgeordneten Alice Graschtat (SPD) offen legen müssen, wie sich die Zahl der Mehrfachausschreibungen von Schulleitungsstellen seit dem Jahre 2004 entwickelt hat. Dabei stellte sich heraus, dass im Jahre 2007 landesweit 38,5 % aller Rektor- und Konrektorstellen an Grund- und/oder Hauptschulen ein zweites Mal ausgeschrieben werden mussten, weil keine Bewerbungen vorlagen. 2004 war dies in 16,8 % der Fall. Damit nicht genug: In 38,4 % der Mehrfachausschreibungen im Jahre  2007 gegenüber 14,6% in 2004 reichte eine zweite Ausschreibung nicht aus, sondern es waren 3 und mehr Veröffentlichungen notwendig, um die Leitungsstellen zu besetzen.
Nach Auffassung von Frau Graschtat belegen diese Zahlen in sehr eindeutiger Weise, dass die Verlagerung von immer mehr Aufgaben auf die Schulleitungen ohne nennenswerte Entlastungen zu dieser Entwicklung geführt hat. Dies zeigt auch der kontinuierliche Anstieg in den Jahren 2005 und 2006. „Unsere Schulen werden mit den Herausforderungen, die auf sie zu kommen, immer mehr allein gelassen. Kultusminister Busemann stiehlt sich nicht nur bei den Schulleitungsstellen aus der Verantwortung, sondern auch in vielen anderen Fragen,“ erklärt die Abgeordnete.
Dazu passe, dass der Minister trotz seiner eindeutigen Zahlen abwiegele und die Problem kleinrede. So weise er auf die regionalen Unterschiede bei den Mehrfachausschreibungen hin. In der Tat sind selbstverständlich die Zahlen im Bereich der Landesschulbehörde Hannover niedriger als in Weser-Ems. Wenn allerdings beispielsweise 2 Rektorstellen an Grundschulen in einer attraktiven Stadt wie Osnabrück drei mal ausgeschrieben werden müssen, bevor sich eine Bewerbung einstellt, dann sei dies ein Alarmzeichen, das ein verantwortlicher Minister nicht übersehen solle. Die durch den Pressesprecher des Ministers zu Beginn der Diskussion angeführte Begründung, die Mehrfachausschreibungen seien überwiegend auf das Verlangen der Personalräte zurückzuführen, weil sich keine Frau beworben habe, ist angeblich so nicht gesagt worden. Sie wäre auch nicht zu belegen, denn dies ist von 2004 bis 2007 nur in wenigen Fällen (zwischen 4 % und 8 %) Ursache gewesen.



 

 

 






   
   
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