19.
Juli 2007
BAföG
soll Ende 2008 nur um fünf Prozent steigen / Bundesregierung
muss kräftig nachlegen
GEW: „Große Koalition macht sich unglaubwürdig“
Die Große Koalition macht sich
unglaubwürdig, wenn sie wie geplant das BAföG erst Ende
2008 um lediglich fünf
Prozent anhebt, kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW). „Die Großkoalitionäre sabotieren ihr angepeiltes
Ziel, die Akademikerquote auf 40 Prozent zu erhöhen, wenn sie
Bedarfssätze und Freibeträge
nicht drastisch anheben. Ohne ein verbessertes BAföG wird es
in Deutschland weniger und nicht mehr Akademiker geben. Ein Fachkräftemangel
ist vorgezeichnet“,
sagte das für Hochschule zuständige GEW-Vorstandsmitglied
Andreas Keller mit Blick auf den Haushaltsentwurf der Bundesregierung
für 2008. Die Zielmarke
habe der BAföG-Beirat der Bundesregierung festgeschrieben: Nach
sechs Nullrunden müssten die Bedarfssätze um 10,3, die
Freibeträge
um 8,7 Prozent angehoben werden. Dahinter dürfe die Regierung
nicht zurückfallen.
Die im Etat vorgesehene BAföG-Erhöhung liege weit unterhalb
dessen, was Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und SPD-Fraktionschef
Peter Struck bereits vollmundig angekündigt haben. „Die
Große
Koalition steht im Wort. Bei den Haushaltsverhandlungen im Bundestag
muss Schwarz-Rot kräftig nachlegen“, unterstrich Keller.
Er betonte, dass schon heute junge Menschen aus einkommensschwachen
Familien faktisch vom Hochschulbesuch ausgegrenzt seien. Von 100
Akademikerkindern schafften 83 den Hochschulzugang, dagegen nur 23
von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition. Viele Jahre
sei das BAföG Strickleiter für den sozialen Aufstieg hunderttausender
Arbeiterkinder gewesen, nun droht diese Leiter zu reißen. „Wenn
Deutschland mehr Studierende will, benötigen wir eine soziale Öffnung
der Hochschulen. Schwarz-Rot muss dem Vorschlag seines Experten-Rats
folgen und das BAföG