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11. Oktober 2006
GEW fordert Sofortprogramm für 50.000 Ausbildungsplätze


Ausbildungsplatzkrise: Organisierte Verantwortungslosigkeit

Die GEW hat als Reaktion auf die Ausbildungsplatzkatastrophe ein Sofortprogramm für 50.000 zusätzliche Ausbildungsplätze gefordert. Die Lehrstellen könnten aus einem Teil der Milliarden-Überschüsse, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwirtschaftet hat, finanziert werden. „Die Zahlen, die die BA jetzt vorgelegt hat, belegen: Trotz Ausbildungspakt und aller wortreichen Versprechen von Wirtschaft und Politik: Die Krise auf dem Ausbildungsmarkt hat sich im vergangenen Ausbildungsjahr noch einmal verschärft. Mittlerweile finden über 50 Prozent der jungen Menschen weder einen betrieblichen noch einen außerbetrieblichen Ausbildungsplatz. Das ist organisierte Verantwortungslosigkeit und ein gesellschaftspolitischer Skandal ersten Ranges“, sagte Stephanie Odenwald, im GEW-Vorstand für berufliche Bildung und Weiterbildung verantwortlich, mit Blick auf den BA-Bericht zum Abschluss des Ausbildungsjahres 2005/6. Sie wies darauf hin, dass auch das schulische Angebot unzureichend sei: „Immer mehr junge Menschen flüchten in soziales Jahr, Wehr- und Zivildienst.“ Odenwald wies darauf hin, dass mittlerweile über 1,5 Millionen Menschen, die jünger als 25 Jahre sind, keine abgeschlossene Ausbildung haben.

„Die Wirtschaft ist in der Pflicht, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Zusätzlich muss das duale System der Berufsausbildung ergänzt werden“, betonte Odenwald. Sie schlug drei Maßnahmen vor, die im Interesse der Jugendlichen schnell umgesetzt werden könnten.

Erstens müssten sich Unternehmen zusammenschließen und gemeinsam Ausbildungsplätze anbieten. Zweitens müsste die Kooperation außerbetrieblicher Träger von beruflicher Bildung mit den Ausbildungsbetrieben intensiviert und ausgebaut werden. „Drittens müssen mehr berufliche Schulen als bisher vollqualifizierende Ausbildungsgänge anbieten und in Kooperation mit den Unternehmen für die notwendigen Praxisanteile sorgen.

Jugendliche weiterhin in Warteschleifen abzuschieben, die ihnen Zeit rauben, aber keine anerkannten Qualifikationen bieten, ist kontraproduktiv“, sagte die GEW-Sprecherin. Das im vergangenen Jahr novellierte Berufsbildungsgesetz eröffne Schulen die Möglichkeit, Ausbildungsgänge, die mit einer Kammerprüfung abschließen, anzubieten. „Der Staat muss einspringen, damit junge Menschen in Deutschland eine Zukunft jenseits von Hartz IV erhalten“, unterstrich die Gewerkschafterin.

Die Ankündigung der BA, 2006 zusätzlich 5000 außerbetriebliche Ausbildungsplätze zu finanzieren sowie 2007 weitere 2500, sei ein erster Schritt, reiche aber bei weitem nicht aus. Jeder Jugendliche sollte eine berufliche Ausbildung erhalten und nicht auf die Wartebank verwiesen werden, sagte Odenwald. Deshalb rufe die GEW alle Jugendlichen, die vergeblich nach einem Ausbildungsplatz gesucht haben, auf, BA und Arbeitgeberverbände mit ihrer Nachvermittlungsaktion beim Wort zu nehmen und bei der BA weiter nachzuhaken. Ein entsprechender Brief werde an die beruflichen Schulen gehen. Hier würden viele Jugendliche in berufsvorbereitenden Maßnahmen stecken.




siehe auch:
DGB-Pressemitteilung: DGB-Landeschef wirbt für Ausbildungsprogramm

Beitrag von Uwe Wehmhörner: „So wird das nichts mit dir, Torsten“!

 

 

 






   
   
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