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Tarifrunde 2009
08. Februar 2009 Reduzierung der Teilzeit und Mehrarbeit - ein geeignetes Mittel gegen Lehrermangel? Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Kultusministerin appelliert mit ihrem Schreiben an alle Teilzeitkräfte, bis zum 17. Februar ihren Antrag zu ändern und mehr Stunden zu unterrichten. Außerdem fordert sie alle Lehrkräfte zu Mehrarbeit auf, die über das in der Arbeitszeitverordnung festgelegte Deputat hinausgeht (zu den geltenden niedrigen Mehrarbeitsätzen). Nun muss jede/r Einzelne gut überlegen, wie sie/er mit der Aufforderung zur „freiwilligen“ Aufstockung ihrer/seiner Stunden umgeht. Jede/r muss selbst entscheiden, wie viele Wochenstunden sie/er verkraften und auf wie viel Einkommen sie/er verzichten kann. Niemandem ist damit gedient, wenn LehrerInnen überfordert sind und ihre Überlastung nicht bewältigen. Die zu hohe Unterrichtsverpflichtung und die zu hohen Klassenfrequenzen sind von der Regierung zu verantworten. Wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen! Leider versäumt die Ministerin die Gelegenheit zu erklären, dass sie jeglichen Eingriff in das Recht auf Teilzeit ausschließt. Stimmt die Behauptung der Ministerin: „Nach dem Grundsatz „jede Unterrichtsstunde hilft“ geht es darum, die Talsohle der nächsten zwei Jahre zu überwinden.“? 1. Im nächsten Schuljahr fehlt ein Stundenvolumen von 1.000 Stellen, weil die Regierung seit Jahren keine Vorsorge für die Rückgabe des Lehrerarbeitszeitkontos getroffen hat. 14.000 Kolleginnen und Kollegen haben ihren Antrag auf Rückgabe im Jahr 2009 gestellt. Die Regierung hat lediglich 250 zusätzliche Stellen beantragt. 2. Die Ministerin spricht vom „Fachkräftemangel“, der gegen Neueinstellungen spräche. Es ist aber ein Irrtum, dass bei der Aufstockung von Teilzeitstellen mehr Stunden an den richtigen Schulen und in den richtigen Fächern ankommen. Gebraucht werden diese nämlich vor allem an Gymnasien und dort in den Fächern, für die es schon bisher zu wenig Fachlehrkräfte gibt.
3. Auch wenn die Schülerzahlen in der Grundschule zurückgehen, wir brauchen in den nächsten Jahren im Schulsystem mehr Personal und nicht weniger. Die Regierung muss schulpolitische Maßnahmen endlich mit der erforderlichen Personalausstattung unterlegen.
Zu Zeiten der Orientierungsstufe konnten Lehrkräfte aller Schulformen in den Jahrgängen 5 und 6 alle Kinder unterrichten. Warum nutzt man diese Kenntnisse und Fähigkeiten eigentlich derzeit im Gymnasium nicht - bei entsprechender Bezahlung und Stundenverpflichtung? Wir fordern die Kultusministerin auf, sich im Kabinett gegenüber dem Finanzminister durchzusetzen, dass 2009 1.000 zusätzliche Stellen im Nachtragshaushalt vorgesehen werden. Es wird Zeit, dass sich die Regierung Wulff der Aufgabe der Nachwuchsgewinnung und einer soliden Personalausstattung unserer Schulen stellt!
Mit freundlichen Grüßen Eberhard BrandtAntwortbrief des Vorsitzenden Eberhard Brandt vom 05. Februar 2009 ist hier als PDF verfügbar
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