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Pressemitteilungen GEW


16. Januar 2010
Auch Täuschen und Tricksen hilft nichts

Die Kritik der Gesamtschulen an der zwangsweisen Einführung von G8 gilt unverändert

Erlasse sehen keine Wahlfreiheit von 12 oder 13 Jahren bis zum Abi vor

Regierung kann Erfolgskurs der Gesamtschulen nicht bremsen: Bis zu 20 neue Gesamtschulen zum 1. 8. 2010 werden gegründet

„Das wäre wirklich eine gute Nachricht gewesen: Die Regierung lenkt ein und gewährt den Gesamtschu­len die Wahlfreiheit zwischen 12 oder 13 Jahren bis zum Abitur“, erklärt der Landesvorsitzende der Ge­werkschaft Erziehung und Wissenschaft Eberhard Brandt. „Leider ist das nichts als Propaganda und soll vom Versagen der Schulpolitik der Regierung Wulff ablenken, die an Haupt- und Realschulen festhalten will.“

Die Regierung setze vergeblich darauf, Eltern und Kommunen mit einer sehr eng begrenzten Kooperation von Haupt- und Realschulen eine Alternative zu den Gesamtschulen anzubieten. „Die neuen Verordnun­gen sind geradezu mickrig.“ Im neuen Schuljahr würden bis zu 20 neue Gesamtschulen genehmigt und die Nachfrage der Eltern und Schulträger nach dieser Schulform halte weiter an. Der GEW-Landesvorsit­zende ist sich sicher, dass die Regierung ihren gesamtschulfeindlichen Kurs nicht durchhalten könne, nicht  zuletzt, weil die eigene kommunalpolitische Basis dies nicht dulde.

Eine Analyse der heute vorgelegten Verordnungen und Erlasse zeige, dass sich seit Frühjahr 2008 an der Haltung der Regierung nichts geändert habe. Aus diesem Grund hätten die Direktorinnen der Ge­samtschulen in  ihrer Stapelfelder Erklärung im Dezember 2009 erneut die Rücknahme des Schulgeset­zes verlangt, das das Abitur nach 12 Jahren vorschreibt. Untergesetzliche Regelungen könnten Gesetze nicht unterlaufen.
„Es gibt keinen Grund jetzt die Proteste gegen das Schulgesetz zu beenden“, so Brandt.

Den Schulen wird auferlegt, ihre Schülerinnen und Schüler nach ihrem Leistungsvermögen in vier Fächern auf drei Leistungsniveaus einzuteilen. Wer in die gymnasiale Oberstufe übergeht, muss vier Zusatzkurse besuchen und den 10. Schuljahrgang überspringen.
„Es bleibt bei unserer Kritik, dass die IGSen gezwungen werden, die Klassen im Jahrgang 10 neu zu bilden. Gerade dieser Jahrgang mit seinem gemeinsamen Unterricht hatte bisher in den Gesamtschulen vielen Schülern den entscheidenden Kick in der Leistungsentwicklung gegeben und ihnen ermöglicht in die Sek II zu kommen. Das soll nun zerstört werden“, kritisiert der GEW-Landesvorsitzende.

Die Schulzeitverkürzung für die Z-Kurs-Schüler führt überdies zu einer erhöhten Wochenstundenbelas­tung und gleichzeitig zu einer Kürzung in verschiedenen Fächern.
„Das ist Murks hoch drei“, waren die Kommentare verschiedener Gesamtschulleiter.

Die IGSen werden verpflichtet, ab Klasse 6 die zweite Fremdsprache einzuführen und für diese Schüle­rinnen und Schüler verschiedene Fächer, z.B. das Fach Gesellschaftslehre um eine Wochenstunde zu kürzen. Diese Vorschrift steht im Widerspruch zum gemeinsamen Unterricht in den Schuljahrgängen 6 bis 9.
„Das passt schon gar nicht zu dem als Ausnahme zulässigen Verzicht auf äußere Fachleistungsdifferen­zierung, den das MK heute so preist“, so Brandt. An dieser Kritik ändere auch die Ausnahmeregelung nichts, dass Schülerinnen, die erst in Klasse 10 in den Erweiterungskursen das gymnasiale Leistungs­niveau erreichen, in die gymnasiale Oberstufe eintreten können.




   
Broschüre "Die Arbeit im Schulvorstand"
 
   
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