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Pressemitteilungen DGB


28. August 2010
Armutsquote ist alarmierend

DGB fordert vom Land mehr Engagement gegen Armut


Die jetzt veröffentliche Armutsquote ist aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) alarmierend. Während die Armutsgefährdungsquote laut Statistischem Landesamt gegenüber dem Vorjahr minimal um 0,1 Prozent auf 14,6 Prozent gesunken ist, stieg die Reichtumsquote trotz Wirtschaftskrise von 7,1 auf 7,4 Prozent an. Der DGB-Landesvorsitzende Hartmut Tölle sagte: "Nach wie vor ist jeder siebte Niedersachse arm. Die Armut bleibt damit unverändert hoch, Reichtum nimmt aber gleichzeitig zu. Das ist ein deutliches Zeichen für die soziale Schieflage in unserer Gesellschaft."

Besonders hoch ist das Risiko, arm zu werden, für Arbeitslose, Alleinerziehende und Geringqualifizierte. Zugenommen hat auch das Risiko der abhängig Beschäftigten, trotz Arbeit von Armut betroffen zu sein, sowie Altersarmut. Ursache dafür sind aus Sicht des DGB die Ausweitung des Niedriglohnsektors und die wachsende Zahl prekärer Jobs. Auch Arbeitslosigkeit, mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Rentenabschläge durch Frühverrentungen tragen zur Armut bei.

Hartmut Tölle forderte die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan auf, daraus Konsequenzen zu ziehen: "Die niedersächsische Landesregierung ist aufgerufen, sich endlich für die Einführung von Mindestlöhnen nicht unter 8,50 Euro in allen Branchen stark zu machen sowie prekäre Jobs abzusichern. Arbeit zu fairen Bedingungen schützt am Besten vor Armut." Darüber hinaus fordert der DGB vom Land mehr Einsatz für höhere Arbeitslosengeld II-Sätze, eine klare Absage an die Rente mit 67, einen stärkeren Ausbau der Kinderbetreuung sowie mehr Investitionen in Bildung.

 


   
   
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