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Pressemitteilungen DGB


15. November 2010
Hohe Altersarmut – schlechte Beschäftigung Ältere


DGB fordert Stopp der Rente mit 67


Vor dem Hintergrund steigender Altersarmut und schlechter Beschäftigungschancen Älterer fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) die Niedersächsische Landesregierung auf, eine Initiative für den sofortigen Stopp der Rente mit 67 zu ergreifen. Nach DGB-Berechnungen muss in Niedersachsen mehr als jeder siebte Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Abschläge hinnehmen. Die Altersrenten in Niedersachsen liegen mit 672 Euro deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 706 Euro. Der DGB-Landesvorsitzende Hartmut Tölle weist darauf hin, dass die Rente mit 67 die Gefahr der Altersarmut zusätzlich verschärft, da ein höheres Rentenalter für viele Beschäftigte unerreichbar ist.

Dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon heute nicht bis 65 Jahre arbeiten können, liegt aber auch an den schlechten Beschäftigungschancen Älterer. Hartmut Tölle: "Auch in Niedersachsen bietet der Arbeitsmarkt nicht genügend Möglichkeiten für ältere Beschäftigte." Nur 19,8 % aller 60-64-jährigen Niedersachsen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt (gegenüber 20,6% auf Bundesebene; Zahlen des Statistischen Bundesamtes). Mehr als jeder Vierte aller niedersächsischen Arbeitslosen ist älter als 50 Jahre. Und trotz wirtschaftlicher Erholung gab es im Vergleich zum Oktober 2009 in Niedersachsen 9,5 % mehr Arbeitslose zwischen 55 und 64. "Den meisten dieser mehr als 77.000 Bürgerinnen und Bürger wird ein Wiedereinstieg in Beschäftigung nicht gelingen", befürchtet der DGB-Vertreter.

Für den DGB ist die Rente mit 67 deshalb der falsche Weg. Hartmut Tölle stellt fest: "Die Voraussetzungen für eine Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters sind nicht gegeben. Die Landesregierung darf nicht sehenden Auges in Kauf nehmen, dass Altersarmut zur Perspektive für viele Beschäftigte wird. Wir müssen dringend umsteuern, damit die gesetzliche Rente wieder armutsfest wird. Wir fordern die Landesregierung auf, eine Initiative für den sofortigen Stopp der Rente mit 67 zu ergreifen. Sie wird sonst zu einem reinen Rentenkürzungsprogramm."





   
   
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