• Aktuelle Themen
• Tarifrunde 2012
• Änderungen Nds. Beamtengesetz
• Personalratswahlen 2012
• Oberschule
• Neue Termine RSS-Feed

07.02.2012

GEW beschließt Forderungen
für die Tarifrunde 2012


03.02.2012

Ruhegehaltsfähigkeit von Zulagen bei Ämtern mit zeitlicher Be-
grenzung


02.02.2012

EuW 02/2012 ist jetzt exklusiv für Mitglieder verfügbar

27.01.2012

GEW zum 40. Jahrestag des „Radikalenerlasses“

27.01.2012
„Digitalisate“-Suche auf Schulcomputern



      weitere Meldungen lesen


   

 

Archiv


07. März 2009
Volle Halbtagsgrundschulen haben wichtige Funktion

Landesregierung plant Abschaffung der Vorzeigeschulen

Ende der 80er-Jahre wurden in den Grundschulen Niedersachsens die ersten Arbeitsgruppen gebildet, um die Einführung der Vollen Halbtagsgrundschule vorzubereiten. Die damalige CDU-Landesregierung wollte mit dieser Organisationsform die Qualität in den Grundschulen erhöhen und den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Eltern und Lehrkräfte haben damals viel Zeit und Kraft investiert, um ein umfangreiches Konzept zu erarbeiten, das den veränderten Bildungs- und Erziehungsansprüchen gerecht wird.
Wenn jetzt, rund 20 Jahre später, einerseits mit viel Aufwand durch die inzwischen etablierte Schulinspektion versucht wird, das Bildungsniveau unserer Schülerinnen und Schüler zu verbessern, andererseits durch die Abschaffung der „Vorzeigeschule“ (Nordsee-Zeitung v. 28. 02. 2009) Löcher in der Unterrichtsversorgung an anderen Schulen gestopft werden sollen, dann entsteht dadurch ein eklatanter Widerspruch in der Bildungspolitik.

Eklatanter Widerspruch

Nachdem vor einigen Jahren bereits pro Klasse zwei Stunden der sog. „Vertretungsreserve“ gestrichen wurden, würde jetzt die Umwandlung in eine Verlässliche Grundschule die pädagogischen und didaktischen Konzepte der Vollen Halbtagsgrundschulen überflüssig machen. Vertretungsunterricht könnte dann nicht mehr von ausgebildeten Lehrkräften aus dem eigenen Kollegium erteilt werden, sondern müsste von – in den meisten Fällen berufsfremden – pädagogischen Mitarbeitern übernommen werden. Team-teaching zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler wäre ebenso wenig möglich wie die Arbeit in Halbgruppen, um dort handlungs- und projektorientierten Unterricht durchzuführen.

Eltern und Lehrkräfte gemeinsam gegen Abschaffung der VGHS

So ist es dann auch kein Wunder, dass derzeit in den verbliebenen Vollen Halbtagsgrundschulen die Lehrkräfte sowie die Schul- und Klassenelternräte emsig daran arbeiten, den Politikern die Vorteile der VHGS zu verdeutlichen. Der Sparzwang des Ministeriums darf nicht dazu führen, dass Lehrerstunden in Betreuungsstunden umgewandelt werden, in denen die Schülerinnen und Schüler vorrangig beaufsichtigt werden, anstatt gezielt gefördert oder gefordert zu werden.
Ursprünglich war einmal beabsichtigt, alle Grundschulen im Laufe der Jahre in Volle Halbtagsgrundschulen umzuwandeln. Als sich in Zeiten zunehmender Finanzknappheit herausstellte, dass diese Organisationsform durch einen zusätzlichen Bedarf an Lehrerstunden zwangsläufig auch zu zusätzlichen finanziellen Belastungen führt, wurde die Idee der Verlässlichen Grundschule geboren, um Kosten zu sparen. Wenn nun unter der Überschrift „Bildungsland Niedersachsen – Erfolge und Herausforderungen“ (http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C53714580_L20.pdf) zu lesen ist, dass zum Schuljahresbeginn 2011/12 ein Handlungsspielraum entsteht, „sodass zugesagte und geplante Reformen umgesetzt werden können“ (a. a. O., S. 7), dann könnte man als zukunftsorientierter Pädagoge und / oder Politiker doch tatsächlich auf die Idee kommen, die Volle Halbtagsgrundschule am Leben zu erhalten und sie in zwei Jahren zum zweiten Mal als Pilotprojekt zu starten. Oder nicht?



   
   
 GEW Niedersachsen   •  Berliner Allee 16   •  30175 Hannover  •  Tel. 0511 - 338040  •  Fax 0511 - 3380446